VERSCHWÖRUNG AUF FORT CLARK/WAR ARROW

Routinierter B-Western von George Sherman

Major Howell Brady (Jeff Chandler) kämpft an verschiedenen Fronten: Sein Auftrag lautet, die Kiowa in Schach zu halten und zurück zu drängen, was er mit Hilfe eines zur Guerilla umfunktionierten Stammes Seminolen zu bewerkstelligen gedenkt; zur Durchsetzung seines Auftrags muß er sich mehrfach mit dem Vorgesetzten des Forts, in dem er stationiert wird, Colonel Jackson Meade (John McIntire), auseinandersetzen, der weder an eine Aufstand der Kiowa glaubt, noch Bradys Maßnahmen unterstützt; erschwert werden Bradys Bemühungen dadurch, daß er in der Witwe Elaine Corwin (Maureen O’Hara) auf den ersten Blick die Frau seines Lebens erkennt, sich zugleich aber der Avancen der Squaw Avis (Suzann Ball) erwehren muß.

Brady muß erkennen, daß Elaines Gatte weniger tot ist, als vielmehr mit den Indianern verbündet. Doch die Aufgaben werden nach und nach abgearbeitet und am Ende ergeben sich die richtigen Beziehungen.

WAR ARROW (1953) ist einer der unzähligen B-Western der 50er Jahre, die schnell heruntergedreht, mit kurzer Spielzeit, von allem Anfang an für die Double Bill produziert, sich billigster Klischees bedienten, mit oft wiederholten Tricks und Kniffen Spannung erzielten und dabei auf eine sich kaum wandelnde Narration bauten. Die besseren unter ihnen konnten routinierte Regisseure vorweisen, was manchmal wirkliche Kreativität, selten wahre Originalität und noch seltener echte Neurungen des Genres erbrachte. WAR ARROW hat ein gutes Buch, das ohne Umschweife zur Sache kommt, WAR ARROW hat mit George Sherman einen äußerst routinierten Western-Regisseur und mit Chandler und O’Hara zwei Stars, die das Knistern des Scripts überzeugend transportieren können. Das alles macht WAR ARROW zu einem der besseren unter den Western aus der 2. Reihe.

Die betreffenden Filme waren nicht zimperlich, was ihren Umgang mit den Ureinwohnern Amerikas angeht und bedienten durchaus ein reaktionäres Weltbild. WAR ARROW macht da leider keine Ausnahme. Jeff Chandler nutzt den einen, den im Sinne der Story „guten“ Indianerstamm, um den vom diabolischen Verräter an der weißen Rassen, dem nur kurz auftretenden Captain Corwin (Jim Bannon), genutzten Stamm der Kiowa zu bekämpfen. Die Kiowa wirken dabei eigentlich nie wirklich bedrohlich, sind ihre Angriffe doch gefühlt 90:0-Massaker an den wüst heranstürmenden Horden. Da dieser Strang der Story zwar sehr schöne Landschaftsaufnahmen und teils stürmische Action, doch kaum wahre Spannung bietet, geht es ausgleichsweise zwischen Chandler und O’Hara vom Start weg zur Sache. Brady erklärt der Witwe ca. 90 Sekunden nachdem er sie erstmals gesehen hat, daß er sich nie mit Kurzweil aufhielte und Regeln immer ignoriere, da das Leben zu kurz sei. So kommt es zu einem atemlosen Wechsel aus Action außerhalb des Forts, wenn es gegen die Indianer geht, und Action innerhalb des Forts, wenn es um die Liebe geht. Wobei die Szenen innerhalb des Forts deutlich besser abschneiden.

Spielerisch versteht das Script mit Avis, die ebenfalls keine Zeit verschwendet, wenn sie weiß, was sie will, eine zweite Dame einzubeziehen, die klaren Anspruch auf Brady formuliert. Mit netten Ideen in der Mise-en-Scène und mit manchmal gewagten aber durchaus gelungenen Dialogen kommt hier die eigentliche Spannung des Films auf. Da macht es Spaß zuzuschauen und sich lustvoll in den sich anbahnenden Konflikt hineinziehen zu lassen. Der Wechsel zwischen den Ebenen innerhalb und außerhalb des Forts ist teils rasant und in knapp 78 Minuten nimmt uns der Film an eine ganze Reihe von Schauplätzen mit, eröffnet uns aber auch immer wieder weite Panoramablicke in die flache, am Horizont mit sanften Hügeln besäte Landschaft. Ein dadurch hohes Tempo packt den Zuschauer und treibt ihn durch die Handlung. WAR ARROW kann also durchaus unterhalten und ist ein zwar typischer, momentweise auch ärgerlicher B-Western, aber ganz klar auch einer der besseren seiner Tage.

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