TROPHÄE/TROFEE

Gaea Schoeters bietet einen zwar wichtigen, manchmal zu redundanten Beitrag zum aktuellen Postkolonialismus-Diskurs

Es gibt natürlich viele verschiedene, viele unterschiedliche Ebenen, auf denen ein Buch – ein Roman, um genau zu sein – beurteilt werden kann. Inhalt, Stil, Figurenzeichnung, Handlung und Handlungsverlauf, literarische Relevanz und und und. Nicht alle können in einer Besprechung behandelt oder auch nur berücksichtigt werden. Man muss sich entscheiden, welche Kriterien man heranziehen mag für eine Beurteilung. Manchmal allerdings ergeben sich diese Kriterien ganz von allein, schlicht durch die Lektüre selbst.

Nähert man sich Gaea Schoeters hochgelobten Roman TROPHÄE (TROFEE, Original erschienen 2020; Dt.2024), dann stechen zwei Punkte hervor: Es ist ein Roman, dem es gelingt, eine erstaunlich souveräne, weil gerade prekäre Position zum aktuellen Diskurs über Afrika und den Post-Kolonialismus einzunehmen; zum zweiten ist dies ein Roman, der – vielleicht gerade wegen dieser souveränen, weil eben prekären Position in diesem Diskurs – über weite Strecken sehr, sehr schwer zu lesen ist. Nicht, weil das Erzählte so schwierig oder komplex wäre. Das ist es durchaus auch, doch gelingt es der Autorin, den Diskurs in eine wirkliche, erzählende Handlung zu übersetzen. Nein, schwer zu lesen macht diesen Roman genau diese Handlung. Denn sie hat tatsächlich Längen. Und die machen die Lektüre gelegentlich zu einem recht anstrengenden Unterfangen. Um nicht zu sagen: Sie ödet.

Schoeters erzählt von einem Mann namens Hunter White, der einer Familie entstammt, in welcher die Jagd immer schon einen fast mythischen Stellenwert hatte. Durch dubiose Finanzgeschäfte zu einem großen Vermögen gekommen, kann White es sich nicht nur leisten, riesige Gebiete überall auf der Welt aufzukaufen und dort – oft gegen den Wunsch der Einheimischen – Naturschutzgebiete einzurichten, was sein Gewissen ungemein entlastet, sondern auch regelmäßig auf Großwildjagd in Afrika zu gehen. Er hatte sie alle vor der Flinte, die Löwen, Leoparden, Elefanten, Antilopen, Büffel und auch Giraffen. Doch um die sogenannten „Big Five“ zu vervollständigen, fehlt ihm nun noch das Nashorn. Wie immer, wenn ihn das Jagdfieber packt, bedient er sich des Angebots seines Freundes van Heeren, der eine Farm in Afrika betreibt, auf der er – streng lizensiert – Großwildjagden anbietet. Und diesmal hat er eben jenes dringend benötigte Nashorn im Portfolio für seinen Freund Hunter White. Doch geht einiges schief, das Tier macht Sperenzchen und van Heeren selbst muss zur Waffe greifen. Nun kann es Monate, ja es könnte Jahre dauern, bis sich erneut eine Möglichkeit bietet. Für Hunter White schwer zu ertragen, wollte er, der die Jagd um ihrer selbst willen liebt, das Töten genießt, diesen Moment, eine Bewegung final zum Stillstand zu bringen, wie er es einmal beschreibt, weniger die Siegespose, wollte er dieses Nashorn doch unbedingt seiner Frau doch als Trophäe darbieten. Sie, die seine Leidenschaft für die Jagd nicht teilt, liebt die ausgestopften Tiere als Ausdruck seines männlichen Willens. Zumidnest nimmt Hunter White das an. Van Heeren will einen Ausgleich für den Verlust anbieten und schildert seinem Freund die Jagd auf das sechste Wild, von dem nur die wenigsten wissen, dass es existiert und gejagt werden kann: Einen Menschen.

Anhand dieser Ausgangslage kann Gaea Schoeters all jene Aspekte ausbreiten, analysieren und verarbeiten, die momentan die Diskussion in den postkolonialen Diskursen bestimmen. Dass sie auf die Jagd nach Tieren zurückgreift – und damit literarisch natürlich auf den Doyen des Jäger- und Afrikaromans, Ernest Hemingway – liegt nahe, ist doch der „Abenteurer“ als Figur der grundlegende Topos aller Afrika-Geschichten. Ursprünglich waren es Forscher und Expeditionäre, die diesen gewaltigen Kontinent ergründeten und auszunutzen begannen, doch waren sie eben immer auch mit der Gefahr konfrontiert. Wilde, gefährliche Tiere, natürlich der „Eingeborene“ als fremdes und letztlich ebenfalls gefährliches, weil undurchdringliches Wesen, der Urwald, die Savanne, endlose Weiten; wer sich einmal in Afrika verliebt, der kommt nie wieder von diesem Kontinent los; ich hatte eine Farm in Afrika; der schwarze, undurchdringliche Kontinent, durch dessen Nächte die Trommeln dröhnen – diese und etliche andere Klischees fanden über Hunderte von Jahren in der Literatur, in Film und Fernsehen und der Popkultur Verbreitung.

Und eben immer wieder Hemingway, für den die Jagd mehr als nur ein Sport gewesen sein mag. Ein Männlichkeitsritual, ein Initiationsritus, die Möglichkeit, sich mit der Natur und ihrer Urgewalt zu messen in einer Welt, in einer Zeit, die „echten“ Männern nicht mehr wirklich die Möglichkeit bot, sich zu beweisen. Bis der Krieg kam. Auf genau diese Topoi greift Hunter White in seinen inneren Monologen zurück, die Schoeters als zwar auktoriale Erzählerin, aber fast immer die Perspektive des Jägers einnehmend wiedergibt. White will anders sein, als die herkömmlichen Touristen, er nimmt für sich in Anspruch, das Land, den Kontinent, seine Bewohner zu verstehen und den tieferen Sinn dessen, was eine Jagd, was der Tod, was das Töten als Akt bedeutet, durchdrungen zu haben. Doch ist er interessanterweise auch schnell bereit, als sicher angenommene Positionen zu räumen und bspw. Unkenntnis einzugestehen, sobald er mit Einsicht konfrontiert wird. Bei aller Sicherheit, die Hunter White sich selbst suggeriert – die Sicherheit des erfolgreichen Geschäftsmannes, der sich unlauterer Mittel bedient und bei der Jagd auf umso mehr Korrektheit setzt – und sogar ausstrahlen mag, die Wirklichkeit eines Kontinents, den er eben nicht wirklich kennt, nie durchdrungen hat und der ihn, wenn er ehrlich zu sich selbst ist, auch nicht wirklich interessiert, holt ihn im Laufe der Handlung dieses Romans ein und wird sich als Falle entpuppen.

Einerseits ist da van Heeren, der ein Geschäftsmodell etabliert hat, das ihm und seinen Gästen zumindest oberflächlich den Eindruck vermittelt, „Gutes“ zu tun. Denn van Heeren bemüht sich, nur solche Tiere zum Abschuss freizugeben, die durch Krankheit, Alter oder das falsche charakterliche Wesen den Bestand ihrer Art und ihrer Herde oder Rotte oder Meute gefährden. Zudem nutzt er die Einnahmen seines Geschäfts zum Teil, um den indigenen Jäger-Stämmen, die hier einst beheimatet waren, ihrem Naturell entsprechendes Land zur Verfügung zu stellen, auf den sie sich frei, nomadisch, vor allem als Jäger bewegen können. Oder aber, wahlweise, Bildung und die Aussicht, ein besseres Leben in der Welt der Weißen – also der vermeintlich Reichen und Schönen, was in diesem Falle für den jungen Führer und Spurenleser Dawid noch immer „Amerika“ bedeutet – zu führen.

Andererseits sind da aber die Indigenen selbst. Der Fahrer namens Jeans, der trotz seiner offenbar jungen Jahre eine vergleichsweise zynische Weltsicht einnimmt und White – fast abgebrüht – den Spiegel seiner Unkenntnis über Afrika und dessen Bewohner vorhält. Und andererseits, wichtiger, ist da eben Dawid. Er begegnet uns schon auf der ersten Seite des Buchs und wir werden auf den folgenden knapp 250 Seiten wissen, dass zumindest er auch aus diesem Roman hinausgehen wird. Er wird Hunter Whites Führer werden, als der sich tatsächlich – wider alle moralischen Einwände und Gewissenbisse – auf die Menschenjagd begibt. Einfach, weil er es kann, weil er es sich leisten kann, es bezahlen kann und sich selbst suggerieren kann, dass sein Wild ja eine reelle Chance habe, dies also ein fairer, ausgeglichener Kampf sei. Hier kommt Schoeters dem allgemeinen Diskurs zum Thema natürlich am nächsten: Weiße, die Afrika bis aufs Blut, bis auf das Blut der Eingeborenen, der Indigenen, der Einwohner hier ausnutzen; die nicht nur die Ressourcen und Rohstoffe dieses Kontinents abschöpfen, sie ausbeuten bis zur Neige, ohne den damit erzielten Reichtum je zu teilen, geschweige denn jenen zukommen zu lassen, denen er eigentlich gehört, sondern die schließlich die Indigenen selbst als Rihstoff begreifen, sie einfangen und als Sklaven verkaufen. All das – dieser durch und durch grausame und immer rein ökonomische Blick – spiegelt sich in Hunter Whites zunehmender Begierde, einen Menschen – und es ist eben ein Schwarzer – zu jagen, zu töten und schließlich auszustopfen und als Trophäe daheim zu präsentieren. Es ist die Kälte, mit der diese Auseinandersetzung zwischen White und allen anderen und ihm selbst geführt wird, die Leser*innen schier schaudern macht.

Es ist die Auseinandersetzung mit Dawid, die für Hunter White und damit für uns, die Leser*innen dieses Romans, zur eigentlichen Herausforderung wird. Denn je tiefer wir mit diesen beiden in den Busch vordringen, desto deutlicher wird, dass wir alle – Hunter White als literarische Figur, Gaea Schoeters als Autorin, die Lesenden – nicht die geringste Ahnung von Afrika und dem haben, was in den Köpfen derer vorgeht, die dort leben und seit nunmehr fast 600 Jahren die Ausbeutung, Erniedrigung und Verletzung ihrer Würde durch Europäer und – im erweiterten Sinne – Amerikaner ertragen. Es ist vielleicht lediglich dies uns möglich: Zu begreifen, dass wir nichts begreifen. Denn auch das, was die Autorin Dawid in den Mund legt – er erklärt Hunter White u.a. wie derjenige, den sie da jagen, zum Leben und Sterben steht und dass er seinen Tod, der auch eine Befreiung sein könne, für den Stamm, für seine Leute, für deren Fortbestehen, in Kauf nehme – ist nichts weiter als eine europäische Sicht auf Afrika und die Menschen dort. Eine Projektion. Eine bittere, brutale, hilflose und zynische Projektion.

Genau darin – in der Wucht der Erzählung, die so sicher wirkt und der tatsächlichen Unsicherheit der eigenen Haltung – besteht die eingangs beschrieben Dichotomie aus Souveränität und prekärer Erzähl-er-position. Dies ist Stärke und Schwäche des Romans in einem und beides – Stärke und Schwäche – werden beide ununterbrochen in dieser Erzählung reflektiert. Nicht zuletzt in Hunter Whites zunehmender Unsicherheit gegenüber dem, was er tut und gegenüber seinem Führer, dem er immer weniger traut. Denn könnte der nicht, unter einer Decke mit dem „Wild“ steckend, White in die Wildnis und dort in eine Falle führen? Wir werden es nicht wissen, der Roman wird uns keine befriedigenden Antworten liefern und Hunter White wird letztlich nicht einmal die richtigen Fragen gestellt haben. Er wird aber seinen Weg gehen. Bis zum bitteren Ende. Nur wird er nicht begreifen, dass es seine innere Unsicherheit, die Verunsicherung ist, die er fortwährend erlebt, je weiter er sich von allem entfernt, was er (vermeintlich) kennt. Er sucht die Gründe nicht in sich, er sucht sie in den Klischees des Fremden, der der Eingeborene, der Wilde in der Wahrnehmung des Weißen immer noch ist, immer war und fürchterlicher Weise mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bleiben wird.

Dieser Weg ins Herz des eigenen Untergangs, des Scheiterns aufgrund der eigenen Unkenntnis und, mehr noch, der Ignoranz gegenüber dieser Unkenntnis bei gleichzeitiger Überheblichkeit im Hinblick auf die eigenen Fähigkeiten. All das wird überdeutlich im dem Roman vorangestellte Motto, entlehnt einem der wesentlichen – wenn nicht dem wesentlichsten – Texte zu Afrika und seiner Funktion als Spiegelbild europäischer Befindlichkeiten, Joseph Conrads HEART OF DARKNESS:

It was written I should be loyal to the nightmare of my choice/Es stand geschrieben, ich solle meinem selbst gewählten Albtraum treu bleiben“.

Hunter White wird genau das tun und er wird diesen Weg, den Albtraum, bis zum letzten Meter gehen, bis zur sprichwörtlichen Neige kosten. Er wird seine Bestimmung in Afrika finden, die genau dem entspricht, was Europäer immer schon in Afrika hineingelesen haben, ohne jemals zu begreifen, was dieser Kontinent in ihren Augen bedeutet: Gefahr, Not und Tod. Ohne die Schönheit, den Geist der Bewohner dieses Kontinents, deren ureigenen Wege und Visionen zu begreifen. Oder auch nur zu erahnen. Vielleicht bekommen wir letztlich eben immer nur das, was wir erwarten. Hunter White begreift, solange er noch Herr seiner Sinne ist, dass er Afrika nicht begreift, nie begriffen hat, nie begreifen wird. Und er begreift – nein, er ist ehrlich genug, zuzugeben – dass es ihm letzten Endes eben auch egal ist. Er ist schlicht eine literarische Figur, die er ja auf dem Papier dieses Romans tatsächlich ist, und entspricht damit der Tradition jener, teils großartigen Literatur, die Afrika zu dem gemacht hat, was wir heute darin sehen. Sehen wollen. Nicht mehr und nicht weniger.

So gelesen, ist TROPHÄE ein fantastischer Roman, bahnbrechend in seiner Spiegelung, vielschichtig in der Art und Weise, in der hier die Diskursfragmente aufgegriffen, auf links gedreht und den Leser*innen metaphorisch um die Ohren gehauen werden. Der Roman vermag es, uns die Oberflächlichkeit der Diskurse zu offenbaren, die wir mit Tiefgang zu führen glauben. Alles wunderbar also, ein weiteres großartiges Stück europäischer Literatur. Stimmt auch. Allein – auf die Dauer dieser nicht gerade umfangreichen 250 Seiten, ist das doch immer wieder arg lang. Es dehnt sich, es zieht sich. Und da befindet man sich dann auf der zweiten Ebene, dem zweiten Standpunkt, von welchem aus man einen Roman beurteilen kann. Ist das unterhaltsam? Nein, ist es nicht. Muss es unterhaltsam sein? Nein, muss es nicht. Aber ist es wirklich relevant? Ja, ist es. Und dennoch. Hunter Whites Selbstbefragungen und die Auseinandersetzungen mit van Heeren einerseits, seinen afrikanischen, indigenen Führern und Fahrern andererseits, sind doch weitestgehend redundant. Wirklich entwickelt sich hier kaum ein Gedanke. Will man Hemingways Machismo bloßstellen, dann bleibt es eben doch Machismo, auch, wenn man es in andere Kontexte packt. Und es wieder und wieder repetiert.

Und es bleibt dann auch die Frage, ob das wirklich solch andere Kontexte sind? Hunter White träumt den Traum vom Männerleben. Er will seine abwesende, ihn nie begleitende Frau beeindrucken, indem er nicht nur ein ausgestopftes Nashorn, sondern auch einen ausgestopften Menschen präsentiert. Die Diskussion, die White mit sich selbst, mit van Heeren und schließlich mit Dawid über die moralischen Implikationen der Menschenjagd führt, wirkt aber rein oberflächlich. Das alles erinnert an Richard Connells 1924 erstmals veröffentlichte Kurzgeschichte THE MOST DANGEROUS GAME, in der Graf Zaroff auf seiner Insel Menschen jagt. Der englische Titel beinhaltet dabei ein Wortspiel, bedeutet der Begriff „game“ doch sowohl „Spiel“ als auch „Wild“. Und weil es Menschen sind, die in diesem Spiel das Wild stellen, bezeichnet der Titel sie als das gefährlichste. Allein dieses Wortspiel sagt mehr über das Wesen der Jagd und im Speziellen die Jagd auf Menschen, als es die ganze Auseinandersetzung könnte, die Gaea Schoeters hier so akribisch ausbreitet.

Sicher, metaphorisch gesehen wird den Leser*innen hier natürlich mehr als deutlich vor Augen geführt, wie kalt und letzten Endes immer ökonomisch geprägt der europäische, der weiße Blick auf Afrika ist, metaphorisch wird hier mehr als deutlich, wie weit die Ausbeutung dieses Kontinents geht und ging und nie, auch heute nicht, abgeschlossen ist. Doch stellt sich die Frage, ob all das nicht längst schon sehr viel besser, eindringlicher und vor allem freier im Blick erzählt wurde. Bspw. von afrikanischen Autoren.

TROPHÄE ist ein intelligenter, tiefsinniger, teils gelungener, teils gezwungener, weil überkonstruierter Beitrag zu einer aktuellen Debatte, es ist ein Roman, der vielleicht – in seiner gewollten Roman-Haftigkeit, mit einer Hauptfigur, die schon mit ihrem Namen andeutet, nichts anderes als eine literarische Figur, ein Zeichen im besten poststrukturalistischen Sinne in einem literarischen Kosmos zu sein – vor allem eines zum Ausdruck bringt: Das Scheitern des europäischen Nachdenkens über ein Afrika, das uns immer fremd war und wohl auch fremd bleiben wird, ein Afrika, das sich uns fast ausschließlich aus dem europäischen Blick erschließt, ein Kontinent, der erst jetzt als er selbst in unser Bewusstsein tritt. Und in diesem Scheitern scheitert dann natürlich auch dieser Roman. Und er weiß das, die Autorin – eine weiße Belgierin, natürlich mit der speziellen Geschichte Belgiens in Bezug auf Afrika, speziell auf den Kongo vertraut ist – versteht das und schreibt das Scheitern in ihren Roman zutiefst ein. Die Hauptfigur scheitert hier in nahezu allen Belangen – und steht damit stellvertretend für das Scheitern Europas oder „des Westens“ auf einem Kontinent, den es nicht versteht, vielleicht nicht verstehen kann, was sich schon darin ausrückt, dass es – wie in dieser Besprechung des Romans – nolens volens über einen ganzen Kontinent spricht, als sei es ein Land, bestenfalls eine Region.

Vielleicht ist ein Roman wie TROPHÄE genau als solches Produkt des (gewollten?) Scheiterns ein Triumph. Für die Leser*innen ist die Lektüre über lange Strecken ein eher schwieriges Unterfangen, da man die Anliegen schon begreift, die Story aber nicht packend genug ist, um Lesevergnügen zu generieren, der zugrundeliegende Gedanke dann aber auch nicht derart tiefgreifend ausgeschöpft wird, dass Seite für Seite neue Erkenntnisse heranreifen könnten. Ein wichtiger, vor allem selbstreflexiver Beitrag zu einer der wesentlichen Debatten der Gegenwart ist dies aber doch allemal.

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