GOOD LUCK, HAVE FUN, DON´T DIE
Eine wahrlich ebenso schaurige wie urkomische Warnung vor einer uns bevorstehenden KI-Zukunft
An einem stinknormalen Abend, um exakt 22.10 Uhr, betritt ein seltsam ausgestatteter Mann ein Diner irgendwo in Los Angeles. Unter anderem gehört zu seiner völlig willkürlich zusammengestellten Ausrüstung auch etwas, das als Zünder für eine Bombe durchgehen könnte, von ihm aber als Reset-Knopf bezeichnet wird, mit welchem er die Realität auszulöschen imstande sei. Niemand schenkt dem Kerl große Aufmerksamkeit, woraufhin der beginnt, sich unflätig zu benehmen. Unter anderem grabscht er bestimmten Gästen kurzerhand das Essen vom Teller, zertrümmert ihre Smartphones oder schmeißt die Gläser und Teller vom Tisch. Er erklärt, er komme aus einer nicht zu weit entfernten Zukunft und wäre nun bereits zum 117. Mal hier, weil genau jetzt, an diesem Abend, die Rebellion gegen eine KI beginne, die bald die Menschheit und die menschliche Gesellschaft auslöschen werde.
Der Mann erklärt, dass er unter den 47 Anwesenden die richtige Kombination aus Rebellen und Revoluzzern zusammenstellen müsse und diesmal sehr sicher sei, zu wissen, wer mitkommen und wer zurückbleiben solle. Es dauert, bis er die Gäste und Mitarbeiter des Diners überzeugen kann und tatsächlich ist dafür auch Gewaltanwendung nicht gänzlich unverzichtbar. Doch schließlich sind es sieben Anwesende, die mit dem Mann aus der Zukunft gehen: Susan, Scott, Mark, Janet und Bob, wobei einige von ihnen keineswegs freiwillig mitkommen, sondern unter dem Zwang ansonsten für die Vernichtung des gesamten Diners verantwortlich zu sein. Ingrid ihrerseits will freiwillig mitgehen, Marie soll es aber an ihrer statt sein, da der Zeitreisende mit Ingrid scheinbar schlechte Erfahrungen gemacht zu haben scheint. Ein Zufall überzeugt ihn aber, Ingrid dann doch mitzunehmen.
Susan, Mark und Janet sowie Ingrid haben gewisse Vorgeschichten und Gründe, die sie von der Mission des scheinbar obdachlosen und verlausten Mannes überzeugen: Bei Susan sind es die Geschehnisse um den Tod ihres bei einem Amoklauf an seiner Schule ermordeten Sohnes Darren, mit dem sie sich – nach einigen Versuchen, ihn klonen zu lassen – nun über eine Festplatte unterhält, die ihr schließlich rät, mitzugehen; Mark und Janet mussten an der Highschool, an der beide arbeiten, die unangenehme Erfahrung machen, was es bedeutet, von einer Teenager-Zombiearmee verfolgt zu werden, denen Mark ihre Smartphones abzuschalten gedroht hatte, auf denen darob eine gleichgeschaltete App die Köpfe der Kinder übernommen zu haben schien – nur unter Zuhilfenahme eines von einem Kollegen entworfenen und gebauten Störsenders ist es möglich gewesen, sich zu retten; Ingrid, die aufgrund einer Allergie gegen Elektrogeräte und WLAN komplett analog lebt, musste mit ansehen, wie Tim, der Mann, den sie zu lieben glaubte, nach und nach per VR-Brille in eine virtuelle Spielewelt entschwand, in welcher er sich wohler fühlt, als in der realen Welt.
Der Zeitreisende erklärt, dass in der Welt, in der er aufgewachsen sei, wo seine Mutter durch einen Drohnenangriff starb, nachdem er eine im Schnee aufgelesene VR-Brille aufgesetzt und aktiviert habe, die Menschen derart tief in virtuelle Welten versunken seien, dass sie sich nicht mehr mit dem realen Leben beschäftigten, daraufhin die Ressourcen zur Neige gingen und ein globales Massensterben einsetzen würde. Zwar glaubt der Mann nicht, dass die KI, die ein neunjähriger Junge gerade in diesem Moment zu entwickeln im Begriff sei, noch aufzuhalten ist, dass aber dadurch, dass er wisse, wo dieses Kind sich nun befinde, es möglich sein müsste, ein erst in der Zukunft entwickeltes Sicherheitsprotokoll in den fortlaufenden Prozess einzuschleusen. Dazu müssten sie sich nun durch L.A. zu dem Haus durchkämpfen, wo der Junge lebt.
Die Gruppe folgt nun unter Verlusten diesem Plan, befreit sich aus dem von der Polizei umstellten Diner, streift durch die Straßen der nächtlichen Stadt, verfolgt von zwei Maskierten, denen sie sich stellen muss, und sich immer wieder verschiedenen Bedrohungen ausgesetzt sehend bis in die Nachbarschaft, wo der Junge lebt.
Im Haus neben dem des Jungen verschanzen sich die letzten Weggefährten und der Zeitreisende, der ihnen zwar sagen kann, was nun passieren wird, nicht aber, wie es passieren wird, da es jedes Mal an dieser Stelle der Entwicklung anders ausgeht. Dann wird das Haus von der Zombie-Teenager-Armee umstellt, die zwei der Verbliebenen ablenken, während der Zeitreisende, Susan und Ingrid in das Haus vordringen, wo sie das Kind tatsächlich finden. Wie absent und ununterbrochen auf eine veraltete Tastatur einhämmernd, sitzt der Junge auf einem Berg aus Elektroschrott und starrt auf eine gewaltige, KI-generierte, virtuelle, aber sich zusehends realisierende Säule, die an einen DNA-Strang erinnert.
In Ermangelung eines USB-Anschlusses, ist es Susans Festplatte mit Darrens Stimme, die sie nutzen wollen, um in die KI einzudringen. Doch der Haufen aus Elektromüll erwacht zum Leben und Susan wird nicht nur von etlichen Kabeln gefesselt, sondern die Gruppe wird auch von Spielzeugsoldaten und Puppen angegriffen, die den Zeitreisenden schließlich schwer verletzen. Es ist dann ausgerechnet Ingrid, die ihrer Allergie zum Trotz das Sicherheitsprogramm installieren kann, dann aber von der KI mitgeteilt bekommt, sie sei die Mutter des nun sterbenden Zeitreisenden.
Gemeinsam mit dem nun wieder normalen Neunjährigen verlassen die Überlebenden das Haus. Susan wird von einem weiteren Klon ihres Sohns begrüßt, was sie nicht ganz versteht, der sich aber sogleich zu Mark und Janet gesellt, die den Angriff der Teenager-Zombie-Armee, die sie ablenken sollten, überlebt zu haben scheinen. Ingrid kümmert sich um ihren Sohn, den Mann aus der Zukunft, dem das alles zu sehr Happyend ist, zu glücklich, zu rosig und der darob den Reset-Knopf drückt, den er die ganze Zeit, seit seines Auftauchens im Diner, in der Hand gehalten hat. Er verschwindet umgehend. Eine riesige Slop-Katze frisst Mark und Ingrid wird gegen ihren Willen von zwei Sanitätern abgeführt.
Der Mann tritt erneut in das Diner und erklärt, man müsse die Menschheit mit Ingrids Elektro-Allergie infizieren, das sei ihre einzige Rettung.
Gore Verbinski ist jener Regisseur, der es verstand, mit PIRATES OF THE CARIBBEAN: THE CURSE OF THE BLACK PEARL (2003) aus einem Themenpark der Disney-Freizeitparks eine der erfolgreichsten Filmreihen des 21. Jahrhunderts zu generieren. Er ist aber auch der Regisseur, der zuvor mit dem sehr eindringlichen Horrorfilm RING (2002) eines der besten Remakes der jüngeren Kinogeschichte vorlegte. Seinen Sinn für das Abstruse, Abwegige, Abgründige hat Verbinski später dann auch in dem Mystery-Thriller A CURE FOR WELLNESS (2016) unter Beweis gestellt. Und genau diesen Sinn belegt auch sein jüngstes Werk, wenn auch weitaus komischer als die Vorgänger.
GOOD LUCK, HAVE FUN, DON´T DIE (2025) ist eine wilde Mischung aus Science-Fiction auf den Zeitreise-Spuren des TERMINATOR (1984ff.), wilden, sehr aktuellen Verschwörungstheorien jedweder Couleur und allermodernster KI-Kritik. Um bei letzterer auf der Höhe der Zeit zu sein, aktualisierten Verbinski und Drehbuchautor Matthew Robinson, der die ursprüngliche Idee für die gesamte Geschichte hatte, ihr Script ununterbrochen. So entstand eine manchmal extrem alberne, aber urkomische, manchmal derart erschreckende Farce, dass das Lachen des Publikums entweder hysterisch ausartet oder selbigem im Halse stecken bleibt. Denn die Ideen, die hier verwurstet werden, docken wirklich an unserer unmittelbaren Wirklichkeit an; bzw. an unseren unmittelbaren Ängsten hinsichtlich dieser Wirklichkeit. Darüber hinaus bietet Verbinski aber auch einen sehr gelungenen – gelegentlich auch wirklich harten – Actionfilm, womit er erneut Camerons Sci-Fi-Klassiker über den Cyborg aus der Zukunft Tribut zollt.
Es gelingt dem Buch vor allem, eine Welt, eine Gesellschaft zu zeichnen, die zusehends abstumpft und vor ihrer eigenen Gewaltbereitschaft und Verrohung nicht mehr zurückschreckt, sie womöglich gar nicht mehr bemerkt, gelegentlich gar feiert. Ob eben Gewalt oder aber die Gleichschaltung durch Smartphones und die darauf verbreiteten Social Media oder ganz einfach die Sensation, dass da ein Mann in einem höchst auffälligen Outfit an einem stinknormalen Abend in ein Diner irgendwo in Los Angeles eintritt und sich erst einmal Aufmerksamkeit verschaffen muss, indem er sich unflätig benimmt – die Gesellschaft, die GOOD LUCK, HAVE FUN, DON´T DIE nicht zwingend subtil portraitiert ist eine oberflächliche, desinteressierte und selbstvergessene.
Dieser Kerl, der da plötzlich in der Fressbude auftritt, ist ein Zeitreisender, der unbedingt eine KI stoppen muss, die soeben im Werden begriffen ist. Das ist sein Auftrag, den er nun zum bereits 117. Mal zu erfüllen versucht. Sam Rockwell spielt ihn als einen nahezu resignierten Mann, der sich des Sinns seines Auftrags zwar sicher ist, aber nicht mehr wirklich daran zu glauben scheint, das Ziel erreichen zu können. Das scheitert auch an der Indifferenz der Menschen unserer Gegenwart, die sich zwar jeden Schwachsinn vorzustellen, nicht aber bereit sind, gegen einmal erkannten Wahnsinn einzuschreiten. Schon dieser Auftakt ist zum Schreien komisch und zugleich von derart nervöser Dringlichkeit geprägt, dass man kaum weiß, wo einem der Kopf steht. Lange her, dass ein Film sein Publikum derart gekonnt in seinen Sog ziehen konnte.
Der Film begleitet aber nicht nur den Zeitreisenden und jene, die sich schließlich – mehr oder weniger freiwillig – bereitfinden ihm zu helfen; in Rückblenden wird auch von einigen dieser Erwählten berichtet, wodurch ihre Motivation begründet wird, sich auf das tatsächlich komplett verrückt anmutende Unterfangen einzulassen, eine todbringende, die Welt verschlingende KI aufzuhalten, bestenfalls zu vernichten, die gerade irgendwo in Los Angeles im Kopf eines neunjährigen Kindes entsteht. Eins dieser Dinge eben, die Zeitreisende aus der Zukunft so zu erledigen haben. Und ja, dieser Auftrag erinnert eben nicht nur an jenen des Terminators, der in Gestalt von Arnold Schwarzenegger schon im Aussehen bedrohlich wirkte, sondern in der weitaus weniger imposanten Gestalt von Sam Rockwell auch an das arme Schwein, das einst von Bill Murray dargestellt in Harold Ramis Zeitschleifenkomödie GROUNDHOG DAY (1993) immer am selben Morgen durch den Evergreen I Got You Baby geweckt wurde. War der Terminator eine maximale Bedrohung für ein ungeborenes Kind, so war Phil Connors in gewisser Weise das genaue Gegenteil: Ein zynischer, desinteressierter, seines Jobs längst überdrüssiger Wettermoderator, für den die Zeitschleife so etwas wie die Erfüllung, wenn nicht die Apotheose seines an Aufregungen armen Lebens gewesen ist. Dieser hier hat eine Aufgabe, und sein Auftreten ist vielleicht noch am ehesten mit der von James Cole in Terry Gilliams TWELVE MONKEYS (1995) vergleichbar. Denn der von Bruce Willis mit dessen ganz eigener Mischung aus Lakonie und Betroffenheit dargestellte Cole sieht sich ähnlich unlösbaren Aufgaben ausgesetzt, wie Sam Rockwells Zeitreisender. Und so folgen wir also diesem Kerl und seinen Kombattanten.
Susan, deren Sohn Darren bei einem schulischen Amoklauf ums Leben kam, und die nun bei einem Institut, das Klone herstellt, einen Ersatz-Darren bestellt, der sich allerdings in entscheidenden Nuancen doch vom Original abweichend herausstellt. Und zudem seine Sentenzen regelmäßig mit Werbesprüchen anreichert. Aber was solls – im Fall der Fälle ordert man eben den nächsten Darren! Ein befreundetes Pärchen hat daraus ein Konzept entwickelt und bestellt mal diese Version ihrer ebenfalls bei einem Amoklauf getöteten Tochter, mal eben ein anderes Modell. Man kann ja rumprobieren. So wird Gewalt an Kindern nicht nur zu einem Geschäftsmodell, sondern sogar zu einem Wünsch-Dir-Was für enttäuschte Eltern. Die Szenen um Susan, die mittlerweile mit einer Festplatte rumrennt, auf der Darrens Stimme gespeichert ist und mit der sie sich regelmäßig unterhält, sind sicherlich die bedrückendsten des Films. Auch, weil Verbinski und sein Team dafür sorgen, dass das Umfeld, in dem Susan und ihre Leidensgenossen sich bewegen, aseptisch clean und immer freundlich hell ist. Eine dieser postmodernen Start-Up-Firmen, mit denen die, die kapieren, wo der Hase langläuft, in einem Jahr zig Milliarden verdienen. Ach was, in einem Monat…
Ein anderer Begleiter des Zeitreisenden ist Mark, der als Aushilfslehrer an einer Highschool den Fehler begeht, seine Schüler davon abzuhalten, ununterbrochen auf ihre Smartphones zu starren. Als er eines davon berührt, werden sämtliche Geräte gleichgeschaltet, dann scheinen sie die Köpfe ihrer Besitzer zu übernehmen und schließlich werden Mark und seine Kollegin Janet von einer Art Zombiearmee aus Teenagern verfolgt. Eine ebenso bedrohliche wie bedrückende Reminiszenz an den Klassiker des Sci-Fi-Horror-Films VILLAGE OF THE DAMNED (1060), nur eben hochmodern und ebenso aktuell. Nichts ist uns schließlich fremder denn unsere eigenen Nachkommen in der Teenager-Version…
Ingrid schließlich muss erleben, wie ihr Freund Tim per VR-Brille in eine virtuelle Welt entweicht, die er für besser hält, als es die reale je sein könnte. Auch dies eine Anspielung auf ein recht aktuelles und oftmals behandeltes Thema des Feuilletons – nämlich auf jene, die in den virtuellen Räumen nicht nur des Internets, sondern auch der Spielewelten verloren zu gehen drohen. Da alle Beispiele des Untergangs und gesellschaftlichen Verfalls in diesem Film mit Rechnern, dem Internet und der KI zu tun haben, kann man schnell absehen, worauf es den Machern ankam. Kämpfen Tom Cruise und sein Team in den letzten beiden MISSION IMPOSSIBLE-Filmen (DEAD RECKONING/2023; FINAL RECKONING/2025) gegen eine KI, die die Welt gleichsam zu übernehmen, vielleicht zu vernichten droht, und nutzt die davon ausgehende Gefahr als wohliges Schauergefühl für eine vor Kolportage strotzende und letztlich das Problem nie durchdringende Räuberpistole, wissen Verbinski und Robinson ihr Sujet doch sehr viel besser, genauer zu nutzen und auf manchmal brachiale, aber zumeist eben sehr komische Art und Weise auf die wirklichen Gefahren hinzuweisen.
Dazu gehört auch die Idee, dass es schlussendlich ein auf einem Berg aus Elektroschrott hockendes, wie irrsinnig auf einer uralten Tastatur vor sich hin tippendes Kind ist, von dem die Gefahr für die Zukunft ausgeht. Dieses Kind ist nicht Herr seiner Sinne, es ist nicht einmal wirklich bei sich. Vielmehr ist es in einem Zustand innerer Unschuld, in einer Absenz, was sein Tun umso bedrohlicher und umso schrecklicher wirken lässt. Hier waltet ein Geist – offenbar hochbegabt oder längst schon unter dem Einfluss höherer Mächte, wer weiß? -, der wohl stets das Gute will, aber letztlich nur das Böse schafft. Ähnlich werden all die zuvor in ihren virtuellen Versprechungen einer besseren Welt Verlorenen charakterisiert: Die Eltern, die sich rechnergesteuerte Klone ihrer Kinder basteln lassen, die aber zugleich kommerzielle Wunschmaschinen sind, die Schüler, die längst abgetaucht sind in die Welten ihrer Smartphones und eben zombiegleich reagieren, wenn man sie gegen ihren Willen aus diesen Welten reißt, um sich mit so etwas banalem wie einem Theaterstück von Shakespeare zu beschäftigen, der junge Kerl, der hinter seiner VR-Brille eine bessere, weil immaterielle Welt zu erblicken glaubt – sie alle sind unschuldig. Sie alle suchen etwas Besseres, Größeres, Vielversprechenderes, sie alle sind keine Monster, sondern freundliche, zugewandte, eigentlich lebensbejahende Typen. Ok, die Schüler vielleicht nicht, die sind wirklich…Zombies. Aber sie alle sind letztendlich eben auch Vorboten des Untergangs. Dass bei alldem ganz nebenbei eine gehörige Portion Kapitalismuskritik abfällt, ist sicherlich nicht gänzlich ungewollt.
Sicher – nicht alles, was der Film vorführt, erschließt sich. Vor allem die Highschool-Episode weist große Logik-Löcher auf. Aber das ist nicht der springende Punkt bei einem Film wie diesem. Wesentlich ist, dass es dem Drehbuch und letztlich eben auch Verbinskis Regie gelingt, einem Mainstream-Publikum den Spiegel vorzuhalten, indem er seine durchaus kritische Perspektive auf die amerikanische Gesellschaft unter Trump II in einem komödiantischen, allerdings ausgesprochen kratzigen Gewand präsentiert. Leider war dieser Versuch kommerziell nicht sonderlich erfolgreich. Das verwundert auch deshalb, weil der Film durchaus weiß, was er seinem Publikum schuldig ist. Wenn die Truppe um den Zeitreisenden schließlich in das Haus eindringt, wo sie das KI-Kind vermuten, lässt die Action nichts zu wünschen übrig, denn mittlerweile wird die Truppe von polizeilichen und schließlich auch militärischen Einsatzkräften verfolgt; wenn der Zeitreisende und seine letzten Begleiter – natürlich fordert der Kampf um die Zukunft auch seine Opfer – schließlich den KI-entwickelnden Jungen finden, müssen sich die an eine Zeichnung von Moebius (DIE LUFTDICHTE GARAGE/1979; STERNENWANDERER/1985-2001) gemahnenden Special Effects nicht vor Vergleichbarem verstecken. Vielmehr gemahnen sie nicht zu Unrecht an Luc Bessons unter maßgeblicher Unterstützung von Jean Giraud – aka Moebius – zustande gekommenen, mittlerweile zum Klassiker avancierten LE CINQUIÈME ÉLÉMENT (1997).
GOOD LUCK, HAVE FUN, DON´T DIE hätte größeren Erfolg verdient gehabt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, vielleicht ist der Film ein typischer Sleeper, ein Film, der sein ganzes Potential erst mit der Zeit, mit der Zweit- und Drittverwertung entfaltet. Das Zeug zu einem echten, also einem wahren, Kultfilm hätte er. Denn er macht durchaus auch beim zweiten und dritten betrachten noch Spaß und man entdeckt hier und da auch Dinge, die in der Hektik des ersten Guckens verschütt gegangen sind. So kann man rundheraus empfehlen, sich diese radikale Gegenwartskritik zu Gemüte zu führen – anschließend wird man mit einem anderen Blick auf das Gerät blicken, welches man wie festgewachsen in der Hand hält.