CAPTAIN FANTASTIC – EINMAL WILDNIS UND ZURÜCK/CAPTAIN FANTASTIC

Wie kann man seine Ideale und seine Verantwortung unter einen Hut bringen?

Ben (Viggo Mortensen) lebt mit seinen sechs Kindern – Bodevan (George MacKay), Kielyr (Samantha Isler), Vespyr (Annalise Basso), Rellian (Nicholas Hamilton), Zaja (Shree Crooks) und Nai (Charlie Shotwell) – in der Einsamkeit und Wildnis der nordwestlichen Wälder der U.S.A. Er und seine Frau Leslie (Trin Miller) haben sich einst dazu entschlossen, der Zivilisation amerikanischer Prägung den Rücken zu kehren und als Selbstversorger, naturverbunden und nur den eigenen Idealen verpflichtet zu leben.

Ben lehnt den Kapitalismus und den Konsumismus ab, viel mehr hängt er sozialistischen Ideen und den gesellschaftspolitischen Theorien von Noam Chomsky an. Er erzieht seine Kinder dazu, ebenfalls in der Wildnis überleben zu können, lässt sie klettern, Fallen stellen und Bodevan als männlichen Initiationsritus auch einen Hirschen mit einem Messer töten. Zugleich sorgt er aber auch für eine ausgewogene Bildung. Sie lesen, werden aber auch in Mathematik, Naturkunde und Physik unterrichtet und erhalten eine umfassende politische Bildung, die allerdings Bens ideologischem Weltbild entspricht.

Leslie leidet an einer bipolaren Störung und musste vor einiger Zeit in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Bei einem der seltenen aber obligatorischen Anrufe bei seiner Schwester Harper (Kathryn Hahn), erfährt Ben, daß sich seine Frau das Leben genommen hat. Er spricht mit seinem Schwiegervater Jack (Frank Langella), der ihm mitteilt, er sei beim Begräbnis nicht erwünscht. Zwischen Ben und Frank herrschen schon lange Animositäten, da der Ältere Ben dafür verantwotlich macht, wie seine Tochter gelebt habe und daß sie krank geworden sei.

Zunächst wollen sich Ben und die Kinder an die Ansage des Schwiegervaters halten, doch dann entschließen sie sich, doch zum Begräbnis zu fahren, das in New Mexico stattfinden soll. Sie fahren in ihrem alten Schulbus namens „Steve“ los. Für die Kinder wird es die erste wirkliche Begegnung mit dem amerikanischen Alltag.

Unterwegs treffen sie auf die Wirklichkeit von neonbeschienenen Tankstellen, Fast-Food-Restaurants, wo Ben ihnen u.a. erklärt, daß Coca-Cola giftiges Wasser sei, sie fahren sechsspurige Highways und Freeways entlang, klauen ihr Essen in Supermärkten zusammen, was Ben eine „Befreiungsaktion“ nennt,  und rasten auf Campingplätzen mit Swimming-Pools. Hier trifft Bodevan auf ein junges Mädchen, Claire (Erin Moriarty), das sich an ihm interessiert zeigt. Doch sind sein Verhalten und die Ernsthaftigkeit, mit der er sich ihr erklärt, für sie und ihre Mutter völlig übertrieben, fast lächerlich.

Bodevan spürt, daß er und seine Geschwister mit dieser Außenwelt nicht klar kommen werden. Da er mehrere Eignungstest für Eliteuniversitäten absolviert und alle bestanden hat, treibt ihn die Frage um, wie er an diesen ankommen wird. Und er fragt sich, wie er seinem Vater klar machen soll, daß und warum er sich beworben hat.

Bei Bens Schwester Harper begegnen die Kinder schließlich Gleichaltrigen und deren herkömmlichen Interessen: Handys, Fernsehen und Videospielen. Vor  allem letztere verstören einige der Kinder, nur Rellian zeigt sich begeistert von den technischen Möglichkeiten der Postmoderne.

Bei Tisch kommt es zu einer Konfrontation, da Harper und ihr Gatte, Dave (Steve Zahn), ihren eigenen Kindern zu erklären versuchen, weshalb Leslie krank wurde und starb. Ihre hilflosen Versuche werden von Bens Kindern unterbrochen, die genauestens wissen, weshalb und woran ihre Mutter erkrankt ist und weshalb sie sich das Leben genommen hat. Auch als das Gespräch auf sexuelle Themen kommt, zeigen sich Bens Kinder nicht nur aufgeklärt, sondern fast schon abgeklärt.

Andernstags macht Harper Ben Vorwürfe, daß die Art und Weise, wie er Kinder erziehe, diesen nicht gerecht werde. Kinder gehörten in die Schule und hätten zu lernen, andererseits müsse man sie nicht in jungen Jahren bereits mit allen Härten des Lebens konfrontieren. Doch Ben entkräftet die Vorhaltungen, als er seine Jüngsten die Bill of Rights runterrattern und die String-Theorie erklären lässt.

Schließlich gelangen Ben und die Kinder nach New Mexico. Sie parken den Bus vor der Kirche, wo das christliche Begräbnis stattfinden soll, und Ben sorgt für einen Eklat, als er die Rede des Pastors unterbricht und Leslies letzten Willen vorträgt: Da sie Buddhistin sei, wolle sie verbrannt werden und verlange, daß man ihre Asche anschließend in der „nächsten Toilette“ herunterspüle. Jack sorgt dafür, daß Ben aus der Kirche geschmissen wird.

Später kehren Ben und die Kinder bei den Schwiegereltern ein und Jack eröffnet seinem Schwiegersohn, daß er alle Mittel und Rechtswege nutzen werde, um dem die Kinder weg zu nehmen. Ben beschließt, daß er und die Kinder nicht bei den Großeltern bleiben werden und will auf einen nahgelegenen Campingplatz. Doch Rellian weigert sich, mitzukommen. Er will bei den Großeltern bleiben, wenn es geht, für immer.

Nachts unternimmt die Familie einen „Befreiungsversuch“ und will Rellian aus dem Haus holen. Doch Vespyr, die beste Kletterin in der Familie, verunglückt bei dem Versuch, über die Dächer in das Anwesen des Großvaters zu gelangen. Mit viel Glück trägt sie nur leichte Verletzungen davon. Der Arzt führt das auf die außergewöhnliche Konstitution zurück, die sie habe. Ben fühlt sich in seinen Methoden bestätigt.

Doch auf dem Campingplatz kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen Ben und Bodevan, der seinem Vater vorwirft, sich nur um seine eigenen Ideale zu kümmern, die Anliegen seiner Kinder seien ihm egal, er behandle sie wie seinen Besitz. Um Ben zu demonstrieren, was er meint, zeigt er ihm die Annahmeschreiben der Universitäten. Ben wirft seinem Sohn Verrat vor und wird noch bitterer enttäuscht, als dieser ihm eröffnet, Leslie habe ihm bei den Aufnahmeprüfungen geholfen und seine Ambitionen unterstützt. Auch sie glaubte nicht mehr wirklich an Bens rigorose Abkehr von der Welt.

Bens Selbstzweifel wachsen, zumal Jack ihn deutlich für Leslies Erkrankung verantwortlich macht. In nächtlichen Visionen bestätigt sie ihm durchaus seine Liebe, aber vermittelt ihm auch, daß er die Kinder freigeben müsse, die müssten ihre eigenen Entscheidungen treffen und eigene Wege gehen. Ben entschließt sich, Jack nachzugeben und die Kinder bei seinen Schwiegereltern zu lassen. Er bricht alleine mit dem Bus auf, ohne zu wissen, wohin er sich nun wenden soll.

Erneut campt er nachts. Er rasiert sich und schneidet seine Haare ab und beginnt, mit Leslie ein Zwiegespräch zu führen, als nach und nach alle Kinder aus dem Bus kommen. Auch Rellian ist dabei. Sie hatten sich in den Laderäumen versteckt. Gemeinsam beschließt die Familie, Leslies Leichnam vom Friedhof zu holen.

In einer wahnwitzigen Aktion graben sie den Sarg aus und hieven ihn in den Bus. Dann machen sie sich auf den Weg nach hause.

Dort angekommen, verbrennen sie den Leichnam in einer rituellen Zeremonie. Anschließend bringen sie Bodevan zum Flughafen. Er hat sich entschieden, zunächst nach Afrika zu reisen und die Welt zu erkunden. Auf der Flughafentoilette erfüllen sie Leslies Wunsch und spülen ihre Asche im Klo herunter.

Ben und die restlichen Kinder siedeln auf einen Bauernhof über, der Nachbarn hat und nicht vollends einsam gelegen ist. Sie leben weiterhin ein alternatives Leben, doch steht den Kindern die Möglichkeit offen, zur Schule zu gehen und Freundschaften außerhalb der Familie zu schließen.

Heimerziehung – also die Möglichkeit, seine Kinder aus der Schule zu nehmen und ihnen daheim selbst das nötige Wissen zu vermitteln – ist in den U.S.A. unter gewissen Vorbedingungen erlaubt, auch in Europa wird sie zunehmend diskutiert. Eltern, die sich für die besseren Lehrer halten, vor allem aber Eltern, die sich vorbehalten, darüber zu bestimmen, was ihre Kinder lernen sollen, sind meist die enthusiastischsten Befürworter solcher Maßnahmen. Über den gesellschaftspolitischen Impetus ließe sich trefflich streiten, ganz sicher wird damit der Bildungskanon einer Gesellschaft untergraben und einer vielleicht übermäßigen Individuation Vorschub geleistet.

In Matt Ross´ Spielfilm CAPTAIN FANTASTIC (2016) ist es vor allem politische, vielleicht gar ideologische Überzeugung, die das Ehepaar Ben und Leslie motoviert hat, mit ihren sechs Kindern in den äußersten Nordwesten, in die abgelegenen Wälder von Oregon und Washington State, übersiedeln zu lassen, wo die Familie ein ebenso naturverbundenes wie einsames Leben führt. Ross, der auch für das Drehbuch des Films verantwortlich zeichnete, verarbeitete seine eigenen Erfahrungen als Kind in einer ähnlichen Umgebung. Wie der älteste Sohn im Film, verließ auch er schließlich das vermeintliche Idyll und stellte sich der Welt jenseits dieses alternativen Ideals. Anders als Ross, der eine veritable Karriere als Schauspieler und schließlich auch Drehbuchautor in Film und Fernsehen hinlegte, bewirbt sich der älteste Sohn der Familie, Bodevan, an den Eliteuniversitäten des Landes und wird von nahezu allen angenommen. Zweifelsohne, so suggeriert es der Film, hat Bens Erziehung gefruchtet.

Die Kinder im Film sind in der Lage, in ausgesprochen gefährlichen Situationen zu überleben, sie können sich in der Wildnis selbst versorgen und Ben lehrt sie all den Respekt vor der Natur, der nötig ist. Doch er lehrt sie auch, bspw. einen Hirschen mit einem Messer zu töten – im Film sowohl notwendig als Nahrungsbeschaffung, aber auch als Initiationsritus für den ältesten Sohn. Darüber hinaus sind diese Kinder aber auch politisch und ideologisch geschult. Sie kennen die Bill of Rights, sie können über Marx´ Kapitalismus-Theorien diskutieren und kennen sich sowohl in der Literaturgeschichte, als auch in Physik, Biologie und anderen naturwissenschaftlichen Fächern bestens aus. Ben redet offen über Sex mit ihnen und auch über die Krankheit ihrer Mutter – eine bipolare Störung, die sie schließlich, das ist der Ausgangspunkt der Geschichte, die hier erzählt wird, in den Selbstmord treibt.

Der Weg zu ihrem Begräbnis und die Konfrontation mit Leslies Eltern, die Ben ablehnen, ihre Enkel hingegen lieben, wird zu einer anderen Art von Initiationsritus, denn erstmals begegnen die Kinder der amerikanischen Wirklichkeit, die Ben und Leslie so innig abgelehnt haben. Burger Joints, Einkaufszentren, sechsspurige Autobahnen, Jung Food und Coca Cola, Neonlicht und Fernseher, moderne Medien wie Handy, Videospielen etc., werden zu einer echten Herausforderung für die Familie, die es gewohnt ist, sich gegenseitig vorzulesen, genaue Zusammenfassungen und Analysen der gelesenen Plots zu liefern, die miteinander musiziert, gemeinsam Berge besteigt oder eben auf die Jagd geht. Ben sieht sich schließlich auch mit den Schwachstellen seiner Erziehungsmethoden konfrontiert, die sein Schwiegervater Jack vollends ablehnt. Seine Kinder können sich in gewissen Kontexten nur schwer ausdrücken, sie ecken mit ihrem Wissen an, kaum sind Gleichaltrige, wie ihre beiden Cousins, die sie unterwegs besuchen, in der Lage, sich mit ihnen auseinander zu setzen. Und schließlich kommt es zwischen Ben und seinem zweitältesten Sohn zu einer wirklichen Auseinandersetzung, da Rellian die Wirklichkeit des amerikanischen Materialismus gefällt und er gern bleiben möchte. Und Bodevans Bewerbungen an den Universitäten begreift Ben als Verrat an seiner Haltung – bis Bodevan ihm erklärt, daß ihm von seiner Mutter geholfen wurde.

CAPTAIN FANTASTIC macht es sich und seinen Protagonisten nicht einfach. Die Sympathie des Films gehört deutlich Ben und seinen Ansichten, doch werden auch seine Verbohrtheit und die Arroganz, mit der er von seinen Idealen überzeugt ist, deutlich. Und daß auch eben diese Härte, die er gegenüber der Gesellschaft an den tag legt,, möglicherweise mitverantwortlich sein könnte für Leslies Erkrankung, liegt wie ein bedrohlicher Schleier über der Geschichte. Schwiegervater Jack will hier den alleinigen Grund dafür erkennen, doch Visionen Bens von ihm und Leslie weisen uns, dem Zuschauer, zumindest nach, daß es eine Übereinkunft zwischen den Ehepartnern gegeben haben muß. Möglicherweise ist Leslies Krankheit jedoch durch die Einsamkeit und auch die Härte des Einsiedlerlebens, die der Film durchaus zeigt und nicht goutiert, begünstigt worden. Und Bens Haltung wird nicht zuletzt dadurch in Frage gestellt, daß er seine Kinder in der Wirklichkeit des herkömmlichen Amerika nicht nur zu Außenseitern, sondern schlichtweg zu Kriminellen macht, wenn er sie eine „Befreiungsaktion“ für Lebensmittel“ durchführen lässt, die schlichtweg Diebstahl darstellt. Auch der unbekümmerte Umgang mit Gefahren lässt ihn schließlich zweifeln und er ist bereit, Schuld auf sich zu nehmen und die Kinder in der Obhut der Großeltern zu lassen.

Einige der Hinweise und Anspielungen, die Ross in seinem Film unterbringt, sind ausgesprochen hintersinnig und wirken gerade deshalb umso differenzierender. So stattet die Maske Ben mit einem Haarschnitt und einem fusseligen Bart aus, der jene, die den Fall einst verfolgt haben, durchaus an Ted Kaczynski denken lassen, an jenen Mann also, der in die U.S.-Geschichte als Unabomber eingegangen ist. Kaczynski vertrat einen radikalen naturzentrierten Anarchismus, hatte asl ehemaliger Mathematik-Professor lange versucht, mit Leserbriefen und Einlassungen an den Kongreß, den Senat und das Weiße Haus selbst, auf die amerikanische Umweltpolitik einzuwirken, bevor er dazu überging, Briefbomben an Universitätsprofessoren und Wirtschaftsmanager zu verschicken. Drei Menschen starben dadurch, über 20 wurden teils schwer verletzt und behielten bleibende Schäden. Er selber hatte sich bereits anfangs der 1970er Jahre in die Wildnis Montanas zurück gezogen und lebte das Leben eines Einsiedlers und Selbstversorgers. So sehr die Sympathien in CAPTAIN FANTASTIC auch bei Ben und seiner Familie liegen mögen, Ross ist sich der ideologischen Verblendung – oder der Gefahr, die von ideologischer Verblendung ausgehen kann – durchaus bewußt. So ist der Fillm weit davon entfernt, das Leben, daß Ben sich und seiner Familie zumutet, zu heroisieren oder gar zu idealisieren. Und ein gewisses Scheitern stellt der Film auch damit aus, daß wir die Familie in der Schlußszene des Films zwar immer noch einen alternativen Lebensstil pflegen sehen, dieser aber immerhin in einem Haus und offensichtlich auch in einem gesellschaftlichen, also sozialen Umfeld stattfindet. Der Verweis auf Kaczynski sollte also nicht überbewertet werden, er wird auch nie explizit, doch er ist vorhanden und lässt durchaus erkennen, wie tief Matt Ross sein Sujet durchdrungen hat, wie sehr er auch damit gerungen haben mag.

Ross schildert die Reise durch den Westen der U.S.A., die die Familie standesgemäß in einem alten Schulbus unternimmt, womit der Verweis auf eine gewisse Hippieeinstellung unterstrichen wird, die Ben aber nicht wirklich vertritt, da sein Handeln eben politisch, nicht spirituell, motiviert ist, als tragikomische Tour, wobei das komische Element allerdings eher verhalten eingesetzt wird. Der Zuschauer sollte an CAPTAIN FANTASTIC nicht als Komödie herangehen, dann kann er nur enttäuscht werden. Eher ist es ein Drama mit komischen Momenten, die ein durchaus tragisches Grundthema – der Tod der Mutter als Katalysator zur Auseinandersetzung mit eigenen, in ihrer Rigorosität vielleicht sogar falschen Idealen – gelegentlich auflockern. Vor allem das Ende des Films kann dabei überzeugen. So komisch es ist, wenn Vater Ben und seine schließlich sich doch zu ihm bekennenden Kinder den Sarg der Mutter auf dem Friedhof wieder ausgraben, da sie sich kein herkömmliches Begräbnis gewünscht hatte, so berührend ist es schließlich, wenn die Familie den Leichnam zurück in der Wildnis verbrennt und dabei eine wundervolle Version des Lieblingsliedes der Mutter anstimmen – Sweet Child o´ Mine der Band Guns´n´Roses. Ross versteht es nahezu perfekt, diese Elemente miteinander kontrastieren, gelegentlich sogar einander bedingen zu lassen und verschafft dem Film damit eine warme und dem Leben zugewandte Aura, die  ihn trägt und schlußendlich niemanden denunziert – nicht Ben und auch nicht Jack, der als sein entschiedenster Widersacher auftritt, der aber eben auch ein trauernder Vater ist, der sein einziges Kind zu Grabe trägt. Letztlich vermittelt der Film, daß wir Kompromisse werden schließen müssen, wenn wir unseren Idealen, aber auch unserer Verantwortung für andere gerecht werden wollen. Und das gelingt ihm auf erstaunlich menschenfreundliche und einfühlsame Art und Weise.

CAPTAIN FANTASTIC konnte jede Menge Nominierungen in verschiedenen Kategorien bei diversen Festivals und Preisverleihungen verzeichnen, darunter für die Darstellung Viggo Mortensens als Ben und auch für die Kinderdarsteller. Man darf diese Leistungen gern gesondert hervorheben, da gerade Kinderschauspieler nicht immer überzeugen können. Diese sechs jungen Menschen hingegen spielen bezaubernd und glaubwürdig. Mortensen ist gemeinhin eine schauspielerische Bank, aber man darf seine Leistung ebenfalls noch einmal extra erwähnen, denn es hat schon seine Art, wie er sowohl die Härte dieses Mannes, Ben, zu vermitteln versteht, als auch dessen Verletzlichkeit, die zu zeigen er sich oft nicht traut, und auch die Selbstzweifel, die ihn schließlich plagen. Dem Regisseur Matt Ross sei zu wünschen, daß ihm noch mehr Filme wie dieser gelingen – warmherzig, differenziert, manchmal komisch und dramatisch, bzw. tragisch auf eine Art, die aufdringlich oder gar kitschig gerät. Im Gegenteil, CAPTAIN FANTASTIC ist ein Beleg dafür, daß das amerikanische Independent-Kino lebt und immer wieder außergewöhnliche Beiträge hervorbringt.

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