DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES/LE NOTTI DEL TERRORE

Andrea Bianchi bietet ein bodenständiges Blutbad

In einer ländlich gelegenen Villa forscht ein Professor für Archäologie anhand alter etruskischer Formeln. Als er eine im Park der Anlage gelegene Gruft aufsucht, öffnen sich die dortigen Gräber und die Toten erwachen zum Leben und stehen auf. Der Wissenschaftler wird von ihnen zerrissen und gefressen.

George (Roberto Caporali), der Besitzer des Anwesens, kommt mit einigen Freunden aufs Land gefahren. Sie wollen ein vergnügtes Wochenende in der Villa verbringen. Neben seiner Geliebten Evelyn (Mariangela Giordano) und deren halbwüchsigen Sohn Michael (Pietro Barzocchini/Peter Bark), der ein leicht ungesundes, ödipales Verhältnis zu seiner Mutter pflegt und voller Eifersucht auf deren Lebensgefährten ist, sind dies Janet (Karen Well) und ihr Freund Mark (Gianluigi Chirizzi), ein Fotograf, sowie die attraktive Leslie (Antonella Antinori) und ihr Freund James (Simone Mattioli).

Kaum ist die Gruppe angekommen und wurde von den Bediensteten Nicholas (Claudio Zucchet) und der hübschen Kathleen (Anna Valente) in Empfang genommen, geht jedes Pärchen seiner Wege, um Haus und Park zu erkunden.

Während Mark und Janet Aufnahmen machen, finden sich Leslie und James alsbald unter einem Baum, zum Schäferstündchen. George zeigt derweil Evelyn und Michael die Werkstätten des Professors, über dessen Abwesenheit er sich allerdings wundert, hatte der Archäologe George doch erklärt, daß er eine bahnbrechende Entdeckung gemacht habe.

Während die Pärchen ihren Beschäftigungen nachgehen, stehen immer mehr Untote aus ihren unter dem Anwesen und in seinem Park gelegenen Gräbern auf und bewegen sich langsam Richtung Haus. Zunächst werden George, Evelyn und Michael von einigen der Zombies in der Werkstatt überrascht, wo George sich mit einem immer mitgeführten Revolver erbittert zur Wehr setzt, letztlich aber nichts erreichen kann – die Zombies töten ihn. Evelyn und Michael können zunächst fliehen und sich verstecken. Als die Untoten sie dennoch aufstöbern, gelingt es Evelyn, zwei davon mit herumstehendem Lack und Streichhölzern in Brand zu setzen.

Auch Mark und Janet treffen nun auf die Monster und fliehen, doch tritt Janet in ein Tellereisen, das im tiefen Gras ausliegt. Mark kämpft verzweifelt gegen die sich nähernden Zombies und versucht zugleich, Janet zu befreien. James und Leslie hören die Hilferufe ihrer Freunde und eilen hinzu. Gemeinsam gelingt es, Janet zu befreien und einige der Untoten dadurch zu besiegen, indem die beiden Männer und auch Leslie mit Gerät und Steinen deren Köpfe malträtieren.

Alle vier fliehen schließlich und treffen auf Evelyn und Michael. Sie wollen fliehen, doch haben die Zombies mittlerweile die Wagen zerstört. So zieht man sich ins Haus zurück.

Gemeinsam mit Kathleen und Nicholas verbarrikadiert die Gruppe sich im Haus. Die Nacht bricht an und die Zombies sammeln sich vor und ums Haus. Mittlerweile mit allerhand Gerätschaften – Mistgabeln, Beilen und Äxten, sowie Sensen – bewehrt, versuchen sie, die Türen einzuschlagen. James und Mark verstärken diese derweil mit allem, was man im Haus finden kann.

James feuert mit einer Schrotflinte vom Balkon auf die Zombies vor dem Haus und tötet einige, indem er ihre Köpfe zerschießt.

Kathleen, die von Leslie gebeten wird, sich nach Kerzen und Verbandszeug für Janet umzusehen, wird von einigen Zombies ans Fenster gelockt und dort mit einer Sense enthauptet. Andere Zombies klettern die Außenwand hinauf und es gelingt einem, Leslie, die ihrerseits in den Zimmern nach Brauchbarem sucht, durch ein Fenster zu greifen und ihr Gesicht in die zerbrochenen Scherben zu drücken.

Evelyn kümmert sich derweil um Janet. Zombies dringen in das Haus ein und greifen Janet an, die sich mit einer Lanze, die über dem Kamin hängt, zu verteidigen sucht. James und Mark eilen ihr zur Hilfe und auch Leslie und Michael kämpfen gegen die Untoten. Es gelingt ihnen, die Angreifer erneut zurück zu schlagen und zu töten, indem deren Köpfe zerstört werden.

Michael, der verängstigt ist, zeigt sich zugleich eifersüchtig und bittet seine Mutter, an ihren Brüsten saugen zu dürfen, „so wie früher“. Evelyn macht ihm klar, daß sie dies nicht will. Michael rennt durch ihre Zurückweisung verletzt allein in das leere Haus, Evelyn folgt ihm. Michael stößt auf Leslie, die mittlerweile an einem Schnitt durch die Kehle gestorben ist und ihn – ihrerseits nun zombifiziert – angreift. Als Evelyn auf Michael stößt, ist dieser bereits tot, Leslie hat ihm einen Arm ausgerissen und nagt an diesem. Evelyn fällt über Leslie her und zerschmettert deren Kopf an der Badewanne.

Die restliche Gruppe zieht sich tief ins Haus zurück und überlegt, wie man entkommen könne. Da immer mehr Untote das Haus angreifen, beschließt man, die Zombies hinein zu lassen, um dann selbst zu fliehen. Während dieser Plan ausgeführt wird, taucht der Professor – ebenfalls als Zombie – aus dem Keller auf. Er erinnerte sich auch in seinem (un)toten Zustand noch der unterirdischen Zugänge zum Haus. Er und einige ihm folgende Untote greifen Nicholas an und töten ihn.

James, Mark, Evelyn und Janet fliehen aus dem Haus. Sie laufen durch die Gegend, auf der Suche nach einem Unterstand oder einer Herberge. Schließlich erreichen sie am frühen Morgen ein Kloster. Doch entpuppt sich dieses als ebenfalls von Zombies eingenommen. Die Mönche, die bei der Andacht hocken, wo James sie findet, sind alle miteinander als untote zu erkennen. Sie fallen über James her und töten ihn.

Mark, Evelyn und Janet fliehen weiter und gelangen an das Haus und Atelier eines Künstlers. Hier allerdings haben sich ebenfalls schon Zombies breit gemacht. Darunter auch Michael. Evelyn will ihn in die Arme nehmen, da sie glaubt, ihr Kind wiedergefunden zu haben. Sie bietet sich Michael unter Tränen an – dieser dürfe sie auch anfassen, „wie früher“. Michael beißt ihr mit großer Kraft in die Brust und zerfleischt diese.

Nun kommt es zu einem erbitterten Kampf im Atelier, in das immer mehr Untote eindringen, darunter auch James. Janet wird in eine Ecke getrieben und ist umzingelt von Zombies, zwei weitere haben sich Mark geschnappt und legen ihn sich zurecht, während eine Kreissäge sich zu drehen beginnt. Dann blendet der Film aus.

Vielen gilt der harte Splatterfilm italienischer Machart, der seit den späten 70er Jahren die Kinos, später die dunkleren Ecken der Videotheken flutete, an sich schon als Schmuddelkram. Die Lust an Sadismus, der Zerstörung von Körpern, die Detailverliebtheit bei der Betrachtung dieser Zerstörungen, die meist damit einhergehenden Überschneidungen mit Softcore-Pornographie – manchmal auch gleich echtem Hardcore – und die filmische und schauspielerische Mangelqualität der meisten dieser Produktionen schienen Beweis genug, daß man es hier mit der alleruntersten Schublade filmischer Machwerke zu tun hatte. Hinzu kamen extrem reißerische Titel, die im Deutschen gelegentlich unfreiwillig komisch anmuteten. Viele dieser Produktionen waren reine Kolportage, Berechnung, ritten auf gerade angesagten Wellen, die meist aus Amerika kamen. So vor allem der Zombiefilm, der in Folge von George A. Romeros DAWN OF THE DEAD (1978), der an sich schon eine Orgie aus Blut, Gedärm, Schleim und Hirnmasse war, in Italien eine wahre Lawine ähnlicher und mit dem Kannibalenfilm wesensverwandter, manchmal nur noch als Plagiat zu bezeichnender, Filme lostrat.

Wenn man also Regisseure wie Lucio Fulci, Umberto Lenzi oder Bruno Mattei – denen allen kleine und große Meisterstücke des Subgenres gelangen, die bei Afficionados nach wie vor hoch im Kurs stehen – als Könige des B-Films, als Fürsten filmischer Fürchterlichkeiten betrachten will, wie erst soll man einen Filmemacher wie Andrea Bianchi bezeichnen? Als die B-Riege der B-Riege?

Bianchi zeichnet neben etlichen Giallo-Verschnitten und Billig-Pornos auch für LE NOTTI DEL TERRORE (1981), zu Deutsch: DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES, verantwortlich. Der extrem billige, in nur wenigen Tagen heruntergedrehte Streifen ist ein hervorragendes Beispiel für jene Filme, die offensichtlich nur noch an schnellem Kommerz interessiert waren. Bar jeglicher Spannung, weist Bianchis Werk umso mehr unfreiwillige Komik auf. Er ist voller Fehler, falscher Anschlüsse und vor allem mit einem Haufen wirklich schlechter Schauspieler bestückt. Am überzeugendsten sind hier noch die Masken der Untoten, in deren verfallenen Gesichter sich die Maden nur so tummeln und krümmen, und auch der eine oder andere Splatter-, respektive Gore-Effekt kann sich gerade noch sehen lassen. Zudem wäre Bianchi nicht Bianchi, wenn es nicht ca. vier Minuten dauern würde, bis die erste nackte weibliche Brust aus einer Bluse hängt.

Bianchi versammelt alles, was ein Zombie-Film italienischer Provenienz haben musste: Er ist eklig, momentweise delirierend brutal, voller weichgespültem Sex, angereichert mit seltsamen Figuren wie einem frühvergreist wirkenden Teenager, den der damals 24jährige Pietro Barzocchini, eine Art Oskar Matzerath des Billigfilms, spielen durfte, welcher gern an der eigenen Mutter rumgrabbelt und zur Strafe von einer Freundin der Dame aufgegessen wird. Zumindest zum Teil, denn schließlich muß er ja, selbst zombifiziert, im Finale wieder auferstehen und sich am Rest der noch Lebenden gütlich tun. In einem alten Herrenhaus, das durchaus eine schloßartige Atmosphäre und damit etwas leicht Verwunschenes, leicht Märchenhaftes, bietet, vermittelt LE NOTTI DEL TERRORE aber immerhin auch das den damaligen Filmen immer zugrundeliegende Endzeitgefühl, einen abgründigen, fast nihilistisch zu nennenden, Pessimismus. Hier kommt niemand lebend raus. Egal, wie langsam die Dinger, die da aus ihren Grüften und Gräbern klettern auch sein mögen, egal, wie viele davon man mit der Schrotflinte vom Balkon aus umnietet, was einer ganzen Reihe hübscher Trickaufnahmen zerplatzender Köpfe Raum bietet, ob man sie anzündet oder zerhackt – es sind genügend, um auch dem letzten Optimisten den Lebensmut zu rauben. Und so endet dies alles denn auch denkbar ungünstig für die drei Pärchen, die sich zu Beginn in der alten Villa eingefunden haben, um hier Ringelpiez mit Anfassen zu spielen.

Bianchi attestiert seinen Zombies eine steile Lernkurve, nachdem sie nach gefühlten fünf Film-Minuten – also direkt, nachdem der erste Busen entblößt wurde – aus den Gebüschen getorkelt kommen und es ihnen auch in gnadenloser Überzahl nicht gelingt, auch nur einen Leckerbissen abzugreifen, sie dafür nur zehn Minuten – und zwei weitere Brüste – später bereits in der Lage sind, Sensen, Hacken und Mistgabeln zu nutzen, um das Hausmädchen einen Kopf kürzer zu machen und verschlossene Türen aufzubrechen. Das Drehbuch beweist wahrlich Einfallsreichtum, wenn es, um die etwas ungleiche Geschwindigkeit zwischen den Häschern und ihren Opfern auszugleichen, eine der jungen Damen gleich mal auf ein Tellereisen treten lässt. Man kennt das ja, die Dinger liegen schließlich in jedem Garten und allen größeren Parkanlagen herum. Ärgerlich. Und so geht es weiter.

Mit Erklärungen hält LE NOTTI DEL TERRORE sich gleich gar nicht auf. Der Besitzer der Villa hat einen Professor hier in Ruhe dessen Arbeiten machen lassen – „irgendwas mit Toten“. Was der gute Mann nicht weiß, wir, die Zuschauer, hingegen schon, ist, daß der Gelehrte gleich zu Beginn der Geschichte von den Zombies zerrissen und aufgefressen wurde – besser gesagt seine Weichteile. Das hindert ihn aber nicht daran, im großen Finale zwar sichtbar tot, dennoch in einem Stück seinem Gönner und dessen Freunden nach dem Leben zu trachten. Undankbarkeit ist der Welten Lohn…Nichtsdestotrotz erahnen wir, daß die Experimente des guten Mannes einen alten Fluch oder ähnliches erweckt haben und dieser wiederum die Toten ins Leben zurückgeholt hat…oder so. Jedenfalls irgendwas mit Toten.

Bianchis Inszenierung verlässt sich darauf, daß sein Publikum es goutieren wird, wenn eine fast anderthalbstündige Verfolgungsjagd durch Haus und Garten gelegentlich von etwas Deftigerem unterbrochen wird, bevor die wilde Hatz weitergeht. Wobei – Stopp! „Wild“ ist sie nicht, die Hatz, da die Zombies ja eher zu den gemächlichen Zeitgenossen gehören. Sei´s drum. Die deftigeren Momente sind – nach damaligen Maßstäben, die fairerweise nicht mit heutigen hyperrealistischen CGI-Massakern verglichen werden sollten – dann allerdings durchaus ansehnlich. Zerrissene Körper, geteiltes Gekröse – wobei man sich fragt, was das für Connaisseure sind, die Herren Zombies, die sich offensichtlich nur die Filetstücke aus dem Innern ihrer Mahlzeiten herauspulen – zerstochene Gesichter, die bereits erwähnten, obligatorischen zerfetzten Schädel, abgetrennte Gliedmaße – doch, Art und Set Director Giovanni Fratalocchi hat sich einige Mühe gegeben, das Wesentliche eines gut abgehangenen Zombiefilms in Szene zu setzen und zu visualisieren.

Die Untoten selbst tragen lange Gewänder, liegen angeblich seit Jahrhunderten in ihren Gräbern, weisen aber dennoch beträchtlich viel Verwesungsfleisch auf, in dem die Maden sich winden. Dies wird, ebenso wie die Tatsache, daß die Verwesung vor allem die Gesichter und Handrücken befallen hat, dem Budget des Films, das sich irgendwo im Promillebereich befinden dürfte, geschuldet sein. So überzeugen vor allem die Großaufnahmen der Gesichter – bis man hier und dort doch deutlich die nachgeschminkten Augen der sich unter den Masken befindlichen Darsteller sieht. Dennoch – wirklich Mühe gab man sich mit diesen Masken und den Gore-Szenen, die dann auch den eigentlichen Reiz des Films ausmachen.

Daß sich Regisseur Bianchi und Drehbuchautor Piero Regnoli recht schamlos bei allem bedienen, was der Zombie- und Splatterfilm bis dato schon zu bieten hatte – auch wenn hier der Sohnemann, anders als das Töchterchen in Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968), sich keiner Maurerkelle bedient, um die Eltern zu meucheln, sondern dies durch einen beherzten Biss in Mutters blanke Brust (sic!) erledigt – bedarf keiner Erwähnung mehr. Wem eine italienische Schlachtplatte eh nicht mundet oder gar den Appetit verdirbt, der lässt die Finger von LE NOTTI DEL TERRORE. Wer sich nur mal informieren will, wie sie so waren, die „klassischen“ Zombiefilme, sollte ihn auf jeden Fall anschauen, kann man hier doch geballt erleben, was dieses Subgenre in den frühen 80ern so zu bieten hatte, inklusive dieser seltsamen Endzeitstimmung, die damals scheinbar um sich griff und sich gerade in diesen Produktionen spiegelte. Der Rest, sprich: die Liebhaber, wird sich leidlich unterhalten fühlen – auf die eine oder andere Art und Weise….wohl bekomm´s!

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