TROLLHUNTER/TROLLJEGEREN

Ein leider nicht wirklich gelungener Beitrag zum Monster- und Fantasyfilm

Eine dreiköpfige Gruppe junger Studenten ist verschwunden; das im Film gezeigte Material sei der veröffentlichenden Filmgesellschaft anonym zugesandt worden, es sei hier in eine einem Narrativ folgende Form geschnitten worden.

Das Material stammt von den Studenten Kalle (Tomas Alf Larsen) und Johanna (Johanna Mørck) und ihrem Kameramann Thomas (Glenn Erland Tosterud). Die drei verfolgen einen vermeintlichen Bärenwilderer in der norwegischen Region Vestlandet, wo es vermehrt Bärenangriffe auf Touristen, aber auch Einheimische gegeben hat.

Sie haben einen Mann namens Hans (Otto Jespersen) als den Wilderer ausgemacht und versuchen mehrfach, Kontakt zu ihm aufzunehmen. Doch der Mann erweist sich zunächst als ausgesprochen mürrisch und abweisend.

Bei einer Gelegenheit werden die drei Zeugen, wie Hans sich mit etwas auseinandersetzt, das offensichtlich kein Bär ist, ein gewaltiges Gebrüll von sich gibt und offenbar in der Lage ist, einen Pkw zu zerstören. Hans erklärt, dass es sich dabei um einen Troll handele. Die drei Studenten wollen ihm zunächst nicht glauben, da ihnen Trolle lediglich aus der Mythologie und aus Kinderbüchern bekannt sind.

Hans erklärt sich schließlich bereit, die drei mitzunehmen. Er verspricht sich davon mehr Aufmerksamkeit für seinen Berufsstand, der schlecht bezahlt würde, zugleich aber großen Gefahren ausgesetzt sei.

Während der nun beginnenden Suche nach den Trollen, die Hans offensichtlich koordiniert durchführt, telefoniert er doch immer wieder mit geheimnisvollen Stellen, die „vielleicht“ zur Regierung gehören, trifft die Gruppe auch mehrmals auf einen Mann namens Finn (Hans Morten Hansen). Der, zunächst freundlich, erweist sich zusehends als bedrohlich, weist Hans mehrfach darauf hin, dass der eine Geheimhaltungsklausel unterschrieben habe und droht den Studenten, dass sie das Material so oder so nicht behalten dürften.

Hans erklärt seinen Begleitern, womit sie es zu tun hätten und worauf man achten müsse im Umgang mit Trollen. So sei es wichtig, sich mit einer krass stinkenden Troll-Essenz einzureiben, damit die Trolle einen nicht riechen könnten. Er erklärt ihnen, dass keiner von ihnen gläubiger Christ sein dürfe, da Trolle Christenblut riechen könnten und Christen hassten. Hans ist sich sicher, dass etwas vorgeht in der Troll-Gemeinde, die Wesen verhielten sich aggressiver als sonst. Von einer befreundeten Tierärztin erhält er den Auftrag, ihr eine Blutprobe von einem Troll zu bringen.

In der kommenden Nacht begleiten die Studenten Hans bei einer Troll-Jagd, die damit endet, dass der Kameramann von einem dreiköpfigen Wesen angegriffen wird, das Hans aber mittels starker UV-Strahlung versteinern und dann zerstören kann. Kalle weist Bisspuren am Rücken auf. Mit dem Troll-Angriff einher geht ein Blitzen am Horizont.

Hans erzählt nun mehr über sich und die Wesen, die er jagt. Er ist der einzige hauptamtliche Troll-Jäger, der für eine geheime Regierungsbehörde arbeitet, die die Trolle in Reservate gesperrt habe. Diese seien durch Freileitungstrassen gesichert, da die Trolle an diesen gemeinhin nicht vorbeikämen. Auch deshalb ist Hans wegen des Verhaltens der Trolle besorgt, brechen diese doch mittlerweile regelmäßig durch diese „Zäune“. Hans soll die Wesen bewachen, aufspüren und im Notfall eliminieren. Finn gehört ebenfalls dieser Behörde an.

Hans erklärt den Studenten auch den Unterscheid zwischen Wald- und Bergtrollen, berichtet davon, dass die Wesen manchmal bis zu 100 Metern groß werden, andere aussehen, als hätten sie mehrere Köpfe – wie das Wesen, welches er in der vorhergehenden Nacht getötet hatte -, diese aber meist nur Wucherungen seien usw.

Die Studenten beschließen, eine Dokumentation über Hans und seine Arbeit zu drehen.

Bei der nächsten Begegnung mit einem Troll gelingt es Hans unter Lebensgefahr, die geforderte Blutprobe zu besorgen. Die Gruppe bringt sie zu der Tierärztin, macht sich dann aber erneut auf, einer weiteren Spur zu folgen.

Die führt sie in eine stillgelegte Mine, wo eine Troll-Horde sich eingenistet hat. Die Gruppe wird von den Trollen überrascht, so dass sie sich in einem Seitengang der Mine verstecken muss. Doch Kameramann Thomas verliert die Beherrschung, weil er nun zugeben muss, sehr wohl ein gläubiger Christ zu sein. Die Gruppe flieht in Panik, doch wird Thomas von den Trollen gefangen und getötet. Den anderen gelingt es, die Kamera zu retten und damit auch das Material, welches sie weiterhin gedreht hat.

Eine neue Kamerafrau, Malica (Urmila Berg-Domaas), stößt zu dem Team. Kalle und Johanna sind sich zunächst nicht sicher, wie viel sie ihr erzählen sollen, doch wissen sie, dass Malica bei nächster Gelegenheit mit einem Troll konfrontiert sein wird und versuchen, sie aufzuklären.

Hans erfährt, dass der Troll, dem er eine Blutprobe entnommen hatte, mit Tollwut infiziert war. Offenbar suchen sie einen besonders großen und aggressiven Troll, der sich aus seiner Region entfernt hat und seine Artgenossen infizierte. Kalle, der bei seiner ersten Begegnung mit einem Troll gebissen wurde, geht es zusehends schlechter. Offenbar ist auch er mit Tollwut infiziert.

Hans erklärt gegenüber seinen Begleitern, dass er Finn nicht mag. Dieser sei eiskalt und habe Hans einst gezwungen, ein Massaker unter Trollen anzurichten, bei dem auch Frauen, Kinder und Schwangere getötet worden seien. Er möchte, dass durch den Film die „ganze Trollsache“ ans Licht der Öffentlichkeit gelangt.

Die Gruppe bricht gen Norden auf, wo ein gewaltiger Troll aufgetaucht ist. Hans stellt sich dem Wesen und die beiden kämpfen lang und zäh miteinander, bis es Hans schließlich gelingt, den Troll zu besiegen und zu töten. Er erklärt seinen Begleitern, wohin sie sich wenden sollen, um zurück in die Zivilisation zu gelangen, dann wendet er sich ab und verschwindet im Schneegestöber.

Währenddessen nähert sich eine Kolonne von Wagen, in einem davon sitzt Finn. Die Studenten ergreift Panik und sie rennen fluchtartig davon. Dann bricht die Aufzeichnung ab.

Im Abspann wird berichtet, dass die Studenten nie wieder gesehen wurden. Die Regierung bestreitet nach wie vor, dass es Trolle in Norwegen gebe. Eine Pressekonferenz des damaligen norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg wird eingeblendet, bei der dieser erklärt, er sei kein Freund von Überlandtrassen für Strom, doch es gebe eben Trolle in Norwegen, deshalb seien sie notwendig. Neben Stoltenberg sitzt ein entsetzt blickender Finn.

Die Idee, die Stilelemente des Found-Footage und der Mockumentary zusammenzubringen, ist schon älter, wurde aber von den Jung-Genies, die einst THE BLAIR WITCH PROJECT (1999) ersonnen haben, zu einem brillanten Ergebnis zusammengeführt. Dabei wurden angeblich gefundene Videobänder einer verschollenen Gruppe von Filmstudenten zu einer Dokumentation zusammengeschnitten, die beweisen soll, was aus den Dreien wurde. Die Idee, falsche Dokumentationen zu nutzen, um eine Geschichte zu erzählen, ist allerdings bis in die 60er Jahre zurückzuverfolgen und wurde seither immer wieder genutzt – mal, um politische Anliegen zu vermitteln (DAS MILLIONENSPIEL/1970; PUNISHMENT PARK/1971), mal, um historische Geschichten zu erzählen (ZELIG/1983), mal, um satirisch vor allem zum Lachen zu animieren (THIS IS SPINAL TAP/1984). Und manchmal eben, um die Zuschauer zu gruseln. Nach dem BLAIR WITCH PROJECT bedienten sich etliche Horrorproduktionen der Found-Footage-Methodik, um meist unzulängliche Plots aufzumöbeln.

Auch die norwegische Produktion TROLLJEGEREN (2010) bedient sich des Mittels und einmal mehr muss man konstatieren, dass auch hier vor allem ein relativ schwacher Plot entsprechend aufgepeppt werden sollte. Die Idee ist tatsächlich unschwer als direkt dem berühmten Vorbild entnommen zu erkennen. Drei Studenten, hier wie dort zwei Männer und eine Frau, nehmen sich eines unheimlichen, nicht näher verifizierten Mythos an und wollen eine filmische Dokumentation über ihr Sujet erstellen. War es im älteren Film die Legende einer Hexe, die in Wäldern Marylands ihr Unwesen getrieben haben soll, ist es hier nun ein geheimnisvoller Bärenwilderer, dem man auf die Schliche kommen will. Dass der sich als Troll-Jäger im Auftrag einer nie näher benannten Behörde entpuppt, wissen die drei Studenten anfangs nicht; was sie dann erleben müssen – und was sie nach allem, was der Film preisgibt, auch das Leben gekostet hat – übersteigt allerdings jegliche Vorstellungskraft, die sie hätten aufbringen können.

Vielleicht beginnen die Schwierigkeiten des Films schon mit der Ausgangssituation. Zu eindeutig ist dies eine Reminiszenz an das BLAIR WITCH PROJECT, als dass die Macher – allen voran Drehbuchautor und Regisseur André Øvredal – die Ähnlichkeit nicht hätten überdeutlich machen und also thematisieren müssen. So ist der Film schließlich vollgepackt mit Querverweisen nicht nur auf das direkte Vorbild, sondern auch auf etliche andere Fantasy-, Horror- und Science-Fiction-Filme, die hier Pate gestanden haben mögen. Sei es JURASSIC PARK (1993), seien es die MAD MAX-Filme (1979/1981), seien es diverse Horrorfilme älterer und jüngerer Natur.

Das ist an sich kein Fehler, man kann Filme ausschließlich auf Zitate, Pastiche und Verweise gründen – siehe die Komödien des Produktions-Trios Zucker/Zucker/Abrahams, die mit Filmen wie TOP SECRET (1984) oder THE NAKED GUN: FROM THE FILES OF POLICE SQUAD (1988) ganze Genres veralberten, was Jim Abrahams später mit Produktionen wie HOT SHOTS (1991) erfolgreich allein weiterführte; auch die Coen-Brüder machen in ihren postmodernen Potpourris wie BLOOD SIMPLE (1984), FARGO (1996) oder THE BIG LEBOWSKI (1998) ausgiebigen Gebrauch von Zitaten -, nur muss man sich entscheiden, was genau man liefern will? Parodien wie Zucker/Zucker/Abrahams oder Hommagen und geschickte Neuinterpretationen wie die Coens? Und vor allem muss man selbstreflexiv genug sein, um zu wissen, wozu man berufen ist. Was die Coen-Brüder abliefern, ist hohe Kunst und so in Hollywood und vielleicht weltweit einmalig; möglicherweise näher an Jean-Luc Godard und seinen Genreverweisen, die weit über alles Filmische hinausreichen, als sie an den eigentlichen Vorlagen ihrer Filme sind.

André Øvredal scheint nicht wirklich zu wissen, was er eigentlich will. Einen Horrorfilm mit parodistischen Elementen? Oder doch ein tatsächlich ins Fantastische abdriftendes Drama? Für ersteres fehlt der Humor, für Zweiteres der Tiefgang. Sicher, es gibt hier immer wieder Momente, die das Publikum auflachen lassen, gelungene, witzige Einlagen, doch ist das Gesamtprodukt weit von einer Persiflage entfernt. Und was sollte hier auch persifliert werden? Für ein echtes Drama allerdings sind aber entweder die Schauspieler nicht überzeugend genug, oder aber das Drehbuch versteht nicht, wie ein Drama aufgezogen werden muss. Und die vermeintlich dramatischen Punkte wirken nachträglich – und schlecht – in den Film integriert. Hätte er wenigstens den Charme der Animationsfilme eines Ray Harryhausen, der in den 50er und 60er Jahren immer wieder Ungeheuer, mythische Wesen und Außerirdische auf den Kinoleinwänden losließ – doch auch dies geht TROLLJEGEREN letztlich ab.

Irgendwann wird den drei Studenten klar – der Film lässt sich anfangs sehr viel Zeit, bis er zur Sache kommt, gibt sein „Geheimnis“ dann allerdings sehr plötzlich und sehr sichtbar preis – dass sie nicht einem Wilderer folgen, sondern eben einem Troll-Jäger, der jenen Wesen nachspürt, die in der nordischen Mythologie einen so prominenten Platz einnehmen, dass der britische Autor J.R.R. Tolkien sie unverändert, unverfälscht in die Mythenwelt jener Mittelerde aufgenommen hat, wo die von ihm erfundenen Figuren wie Gandalf der Zauberer, der König Aragon, das Wesen Gollum und vor allem Bilbo Beutlin, später dann Frodo, Sam und ihre Freunde – gemeinhin also die Hobbits – die Abenteuer rund um den Herrn der Ringe erleben. In allen nordischen Mythologien – gleich ob aus Norwegen, Schweden, Dänemark oder auch Island stammend – kommen Trolle vor, meist sind es entweder riesenhafte Wesen, gelegentlich aber auch sehr kleine. Sie haben menschliche Gesichter, die allerdings fratzenhaft verfremdet sind, zumindest werden sie seit dem 19. Jahrhundert zumeist so dargestellt. Manchmal helfen sie den Menschen – bspw. beim Bau christlicher Bauwerke wie Kirchen oder Kathedralen, wo ihre großen Kräfte von Nutzen waren – doch spätestens seit der Christianisierung werden sie meist als den Menschen feindlich gesinnt beschrieben. Das könnte der Grund sein, dass Trolle Christen nicht mögen, Christenblut riechen können und Christen vorzugsweise töten. Ein Schicksal, das im Laufe des Films einem der drei Studenten zuteilwird, der seinen Mitstreitern verschwiegen hatte, gläubiger Christ zu sein.

Der Film setzt ein Narrativ voraus, in welchem die norwegische Regierung weiß, dass es Trolle gibt und für diese Reservate im Norden des Landes eingerichtet hat, wo sie mittels Stromleitungen daran gehindert werden, gen Süden und somit in dichter bevölkerte Regionen vorzustoßen. Ein Mann wie der Troll-Jäger Hans ist beauftragt, die Trolle zu überwachen und gegebenenfalls einzugreifen, wenn diese sich unnatürlich verhalten. Das ist hier der Fall, Hans muss sogar feststellen, dass der riesenhafte Troll, hinter dem er her ist, offenbar an Tollwut leidet und andere Trolle angesteckt hat, was zu deren Aggressivität führt.

All das erfahren die Studenten nach und nach. Damit das aber funktioniert, braucht es etwas waghalsige Plot-Konstruktionen, die teils gravierende Logiklöcher aufweisen: Der erst sehr abweisende Hans ist plötzlich bereit, die ihn Verfolgenden mitzunehmen. Er besinnt sich, dass er keinen guten Lohn bekommt und Überstunden gar nicht bezahlt werden und dass die Dokumentation, die die Studenten drehen, dazu beitragen könnten, diese Missstände zu beseitigen. Hans ist dann sogar bereit, Geheimhaltungsklauseln zu umgehen, an die ihn sein Vorgesetzter Finn, der im Film sporadisch immer wieder auftaucht, zu erinnern nicht müde wird. Solche Wendungen tun dem Film nicht gut, die Story wirkt undurchdacht und zusammengeschustert. Dass Hans dann später im Film schildert, wie er einst ein Massaker an einer Troll-Kolonie begangen hat, was ihn immer noch umtreibe und er wolle, dass diese Verbrechen an die Öffentlichkeit kämen, wirkt wie ein nachhaltig aufgepfropfter Versuch, dem Film mehr Tiefgang zu verleihen, als er je auch nur eine Minute besitzt.

Dazu trägt erst recht bei, dass hier nicht funktioniert, was THE BLAIR WITCH PROJECT zu einem solch genialen Film machte: Die überzeugende Darstellung der drei Protagonist*innen. Denn die ist so glaubwürdig, dass Zuschauer*innen irgendwann vergessen, es mit einem Spielfilm zu tun zu haben. Die sich langsam steigernde Angst, die sich zu Furcht, dann in regelrechte Panik ausweitet, wirkt unfassbar authentisch. Und das, obwohl man im gesamten Film die Hexe – so es sie denn gibt und die ganze Angst nicht einfach den überhitzten Hirnen der sich verirrenden Studenten entwächst – nie zu sehen bekommt. TROLLJEGEREN hingegen – es wurde bereits erwähnt – gibt sein Geheimnis schließlich überdeutlich preis, zeigt den Gegenstand der Jagd, zeigt sogar, wie gefährlich ein aggressiver Troll sein kann – doch die Studenten, die bis eben noch dachten, es mit einem Wilderer und einem besonders gefährlichen Bären zu tun zu haben, zeigen sich wenig bis gar nicht beeindruckt, dass ihnen nun plötzlich ein Wesen gegenübersteht, welches sie bisher nur aus den Büchern ihrer Kindheit kannten.

Dies setzt sich durch den Film hindurch fort, wodurch die Darstellung der Studenten – das muss man so sagen, auch wenn die Kritik es anders sehen wollte – nie wirklich überzeugt. Zwar nimmt man den Dreien die Amateure ab, die die Schauspieler ja angeblich auch waren, doch nimmt man diesen Amateuren nie ab, dass sie in irgendeiner Weise von dem, was sie erleben, berührt werden, gar Angst empfinden. Wie abgefeimte Reporter in Kriegsgebieten, wissen sie immer auf die nächste Notlage angemessen zu reagieren, ordnen das Gesehene ein und wissen sich zu verhalten. So aber bleiben die Ereignisse bis zu guter Letzt auch für die Zuschauer eher belanglos. Dabei gibt es sogar eine doppelte Bedrohung: Neben der durch die Trolle ist auch Finn dem Team beständig auf der Spur und droht mehrfach, ihnen ihr Material abzunehmen. Auch dies ein Logikloch, da er schon bei der ersten Auseinandersetzung mit den Studenten die Gelegenheit dazu hätte und sie nicht nutzt. Das es am Ende wohl die ominöse Regierungsbehörde ist, die die Studenten verschwinden lässt, um das Troll-Geheimnis zu wahren, wirkt dann ebenfalls wie ein zusätzlich aufgesetzter Versuch, diesem Film Relevanz zu verschaffen. Verschwörungsnarrative über böse und geheime Institutionen ziehen ja bekanntlich immer.

Doch nicht alles hier ist schlecht. Lobenswert sind bspw. die Spezialeffekte. Die Trolle sind offensichtlich im Computer entstanden, doch für CGI-Geschöpfe wirken sie (meist) überzeugend. So sind die Szenen, in denen sie auftreten auch die wirklich packendsten des Films. Die Szenen sowohl des ersten Auftauchens eines Trolls, über den Versuch, einem Troll des nächtens Blut abzuzapfen, eine längere Szene in einer Troll-Höhle, bis zur Konfrontation mit dem großen Troll in der Eiswüste am Ende des Films sind allesamt überzeugend. Leider gibt es zwischen den Sequenzen mit den mythischen Wesen zu viel Leerlauf, währenddessen vieles erklärt werden muss, damit die Zuschauer*innen verstehen, worum es eigentlich geht. Der Film ist zu lang, er bietet zu viel Überbrückung, ist inkohärent und deshalb nur selten spannend. Was schade ist, denn im Grunde bietet er einiges. Doch gerade weil er so unentschlossen ist, zerläuft sich das alles, ist die Grundidee dann auch nicht gut genug, um über eine Laufzeit von fast 2 Stunden zu packen. Knackige 80 Minuten, die sich nicht zu ernst nehmen, hätten wahrscheinlich einen besseren Film ergeben. Vertane Chancen.

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