PACIFIC RIM

Ein schönes Stück klassischen Kintopps im postmodernen Gewand

Durch eine Spalte im pazifischen Ozean, genannt Breach – eine Art Tor zwischen verschiedenen Dimensionen –, kommen mehr und mehr Monster, genannt Kaiju, die die pazifischen Küstenstädte angreifen.

Eine internationale Allianz beginnt, Abwehrwaffen zu entwerfen und zu bauen. Die sogenannten Jaeger sind bis zu 30 Meter hoch und mit allerhand Feuerwaffen und Raketen ausgestattete Roboter. In ihren Köpfen sitzen jeweils zwei Piloten, die sich per Drift verbinden, einer neuronalen Gedankenkoppelung untereinander und mit dem Kampfroboter, der so gesteuert werden kann. Es braucht außergewöhnliche Fähigkeiten, um diese Drift herstellen und vor allem ertragen zu können.

Unter anderem die Brüder Raleigh (Charlie Hunman) und Yancy Becket (Diego Klattenhoff) befehligen einen Jaeger namens Gipsy Danger, mit dem sie unter dem Kommando des Marshalls Stacker Pentecost (Idris Elba) außerordentliche Erfolge im Kampf gegen die Monster erringen. Doch bei einem Einsatz vor der Küste von Alaska gelingt es einem der Kaiju, den Roboter der Brüder zu besiegen und nahezu kampfunfähig zu machen.

Yancy stirbt bei dem Angriff. Raleigh, der den Tod seines Bruders lebensnah mitbekommen hat, da er zu diesem Zeitpunkt noch in dessen Kopf war, gelingt es in einem nahezu übermenschlichen Kraftakt, den stark beschädigten Roboter allein an eine Küste zu steuern. Er ist damit der bisher einzige Mensch, dem es gelungen ist, einen Jaeger allein zu steuern.

Nach diesem Einsatz gibt Raleigh seinen Job auf und verdingt am Bau. Fünf Jahre später ist er bei den Bauarbeitern, die einen gigantischen Wall gegen die Monster errichten. Deshalb soll das Jaeger-Programm gänzlich eingestellt werden. Die Verantwortlichen glauben, dass der Wall reichen wird, um die Monster abzuhalten.

Pentecost und einige Einheiten werden nach Hongkong beordert, wo sie einen letzten Kampfeinsatz koordinieren und das Programm dann abwickeln sollen. Pentecost beschließt, auf eigene Faust einen Versuch zu unternehmen, den Breach mittels einer Nuklearexplosion zu schließen. Dafür holt er Raleigh zurück, da er ihn als Piloten braucht.

In der Basis lernt Raleigh nicht nur Herc (Max Martini) und dessen Sohn Chuck (Robert Kazinsky) Hansen kennen, sondern auch Mako Mori (Rinko Kikuchi), die Adoptivtochter von Pentecost. Der hatte sie einst nach einem Kaiju-Angriff gerettet und bei sich aufgenommen. Da sie immer noch durch den Verlust ihrer Eltern traumatisiert ist, will Pentecost sie nicht als Co-Pilotin in einem Jaeger, doch sie selbst bittet immer wieder darum, eingesetzt zu werden, und Raleigh stellt bei einem Test fest, dass sie eine perfekte Co-Pilotin für ihn wäre.

Bei einem ersten Versuch mit dem wiederhergestellten Gipsy Danger gerät alles außer Kontrolle, als eben genau die Befürchtungen wahr werden, die Pentecost hatte: Mako Mori kann ihre Emotionen nicht kontrollieren und aktiviert die Waffensysteme des Roboters. In letzter Sekunde gelingt es den Leitern der Abteilung, den Roboter zu deaktivieren.

Als in Sidney ein Kaiju den dort bereits fertiggestellten Wall zerstört, wird deutlich, dass der Kampf noch lange nicht beendet ist. Pentecosts Vorgesetzte wenden sich an ihn und bitten um Verzeihung, dass sie seinen Warnungen keinen Glauben geschenkt haben.

Zwischen Raleigh und Chuck Hansen kommt es zu einer Auseinandersetzung, weil Chuck und sein Vater den Roboter steuern sollen, der die Nuklearbombe in den Breach bringt, während Raleigh ihnen mit Gipsy Danger den Rücken freihalten soll. Chuck glaubt nicht, dass Raleigh noch über die dafür nötigen Mittel und Fähigkeiten verfügt. Mit einer zünftigen Prügelei klären die beiden Streithähne dann die Rangordnung.

Auf der Basis arbeiten mit Dr. Newton Geiszler (Charlie Day) und Dr. Hermann Gottlieb (Burn Gorman) zwei Wissenschaftler an der Erforschung der Monster. Während Geiszler bemüht ist, die Kaiju besser zu verstehen, womöglich sogar durch eine Drift eine gedankliche Verbindung mit ihnen herzustellen, versucht Gottlieb, genaue Berechnungen hinsichtlich der Häufigkeit und der Intervalle der Angriffe und der Anzahl der dabei auftretenden Monster anzustellen. Die beiden liegen ununterbrochen miteinander im Clinch, doch als es Geiszler gelingt, sich zumindest mit einem Teilgehirn eines Kaiju zu verlinken, versteht er, dass die Wesen scheinbar zentral kontrolliert werden. Von einer übergeordneten, mächtigen Instanz.

Daraufhin macht er sich auf den Weg zu Hannibal Chau (Ron Perlman), einer windigen Figur der Hongkonger Unterwelt, der mit Kaiju-Teilen handelt und darob sehr reich geworden ist. Durch diesen erhofft Geiszler einen Frontalstirnlappen eines Ungeheuers zu erwerben, um mehr über dessen Verbindung mit anderen Monstern herauszufinden. Chau, der diese Drift ein einziges Mal selbst hergestellt hat, erklärt Geiszler für irre. Er schickt ihn fort und empfiehlt ihm, einen Schutzraum aufzusuchen, da sich ein weiterer Angriff andeutet.

Bei diesem Angriff auf den Hafen von Hongkong werden zwei Jaeger schwer beschädigt, eine der letzten Crews stirbt. Henc Hansen wird verletzt. Raleigh und Mako Mori können die beiden Angreifer töten. Dies gelingt vor allem, weil der Gipsy Danger-Roboter nuklearbetrieben und nicht digital vernetzt ist, die elektromagnetischen Impulse, die eines der Monster ausschickt, ihm somit nichts anhaben können.

Ein weiteres der Wesen ist auf der Suche nach Geiszler, denn durch die Verbindung, die er mit dem Hirn herstellen konnte, ist er nun Teil einer Schwarmintelligenz. Gipsy Danger gelingt es schließlich, auch dieses Monster zu töten, doch war es trächtig. Das noch nicht lebensfähige Baby greift dennoch Chaus Männer an, die den Kadaver zerlegen. Bevor es sich endgültig an seiner Nabelschnur erhängt, verspeist es Chau.

Geiszler, der sich gemeinsam mit Gottlieb mit dem Hirn des toten Babys verbindet, wird durch diese Drift klar, dass die Menschheit es mit einer wohl außerirdischen Rasse zu tun hat, die die Welt durch den Breach angreifen will. Dieser Angriff war von langer Hand – womöglich über Jahrzehnte oder Jahrhunderte – vorbereitet. Darüber hinaus begreifen die beiden, dass der Breach Wesen ohne Kaiju-DNA abstößt. Wollen die Jaeger das Portal angreifen und vernichten, bzw. verschließen, müssen sie sich tarnen.

Diese Informationen fließen in die Vorbereitungen ein, den Breach nun endgültig zu verschließen. Die dort kreuzenden Monster sollen als Tarnung dienen. Pentecost bereitet sich darauf vor, selbst als Chucks Co-Pilot zu fungieren, da Henc zu schwer verletzt ist für weitere Einsätze. So brechen die beiden verbliebenen Jaeger auf.

Am Breach angelangt kommt es zu einem Kampf mit drei sehr großen Kaiju. Chuck und Pentecost opfern sich für die Menschheit, indem sie die Nuklearwaffe vorzeitig zünden und zwei der Monster mit in den Tod nehmen. Raleigh und Miko Mori hängen sich an das letzte Ungeheuer und können mit diesem in den Breach gelangen. Raleigh zündet Miko Moris Rettungskapsel, als diese aufgrund massiven Sauerstoffabfalls das Bewusstsein verliert, er selbst taucht immer tiefer in den Breach, bis er der dort hausenden Wesen gewahr wird. Er zündet den Selbstzerstörungsmechanismus des atomar betriebenen Gipsy Danger und schießt sich selbst mit seiner Rettungskapsel an die Wasseroberfläche zurück.

Dort aufgetaucht, weist Raleigh keine Lebensfunktionen mehr auf. Die mittlerweile erwachte Miko Mori hält ihn in den Armen und versucht, ihn wiederzubeleben, was ihr schließlich auch gelingt. Die beiden gestehen sich nun ihre Liebe und werden von Hubschraubern geborgen.

Chau wurde zwar in einem Stück von dem Baby-Kaiju verspeist, hat dies aber offensichtlich überlebt, denn man sieht ihn, wie er sich mit seinem Butterfly-Messer aus dem Kadaver herausschneidet und nach seinem ihm abhanden gekommenen Schuh fragt.

Will man etwas zu einem Film wie PACIFIC RIM (2013) sagen oder schreiben, verfällt man oft in etwas an den Haaren herbeigezogene Analysen, unterstellt hier zeitdiagnostische Ambitionen und liest dort allerlei Tiefschürfendes hinein. Man zieht Vergleiche heran. So kann man bspw. festhalten, dass hier, ähnlich wie in Steven Spielbergs WAR OF THE WORLDS (2005), einmal mehr das Trauma des 11. September verarbeitet wird, schon allein deswegen, weil jede durch Straßenschluchten treibende Staubwolke uns an jenen Tag erinnert, an dem die Sicherheiten der westlichen Welt in sich zusammenbrachen. Hier wie da wird die Welt von unheimlichen Wesen angegriffen, die immer schon da waren und nur auf den richtigen Moment gewartet haben – ‚Schläfer‘ nennt man sowas im Kontext des modernen Terrorismus. Waren es in Spielbergs Verfilmung des klassischen Stoffes von H.G. Wells Außerirdische, die ihre Waffen schon vor Jahrhunderten auf der Erde deponiert hatten, sind es in PACIFIC RIM Wesen aus einer anderen Dimension, die wahlweise als Außerirdische betrachtet werden können, die aber genauso gut Referenzen an H.P. Lovecrafts Wesen aus dessen Cthulhu-Mythos sein können. Götter also, Götter, die aus anderen, fernen Dimensionen zur Erde „zurückkehren“. Drunter sollte es ein Film wie dieser natürlich auch nicht tun.

Doch will man ehrlich sein – und dieser Rezensent will natürlich immer ehrlich sein – muss man konstatieren, dass es zu einem Film wie PACIFIC RIM schlicht nicht viel zu sagen gibt. Angesiedelt irgendwo zwischen dem Urzeitungeheuer GODZILLA in all seinen Inkarnationen und den TRANSFORMERS (2007ff.), macht der Film von Meisterregisseur Guillermo del Toro seine Sache gut. Einfach gut. Er bietet überzeugende Monster und ebenso überzeugende Roboter, mit denen die Menschen diese Monster bekämpfen, die aus dem Breach entweichen, einem Portal zwischen verschiedenen Dimensionen, welches tief im Pazifik liegt. Die Action ist atemberaubend, die Bilder sind atemberaubend, die gesamten 131 Minuten Laufzeit sind ein einziges Überwältigungsspektakel. Wer Action mag, reines Bewegungskino, der kommt hier voll auf seine Kosten.

Del Toro, der das Drehbuch gemeinsam mit Travis Beacham verfasst hat, gibt sich erst gar keine Mühe, sonderlich tiefschürfende Figuren, Konflikte oder Handlungsstränge zu entwerfen. Einige wenige klischeehafte Hinweise müssen reichen: Der Held, Raleigh Becket, hat seinen Bruder verloren, als die beiden gemeinsam einen der Roboter betätigten – was durch die Drift bewerkstelligt wird, eine Gedankenkopplung zwischen den Piloten und den Robotern, die Jaeger genannt werden. Raleigh, der zu diesem Zeitpunkt noch im Kopf seines Bruders steckte, musste dessen letzte Sekunden miterleben. Erschütternd. Als er von seinem geheimnisvollen Vorgesetzten Stacker Pentecost nach Jahren wieder ins Programm geholt wird, lernt er das Mädchen seines Herzens kennen, Mako Mori, die sich natürlich als herausragende Pilotin erweist, auch wenn ihr Ziehvater – zufällig eben jener Stacker Pentecost – selbstredend nicht will, dass sie in einen der Jaeger steigt. Um der Sache noch etwas zusätzlichen Pep zu verleihen, wird ein weiterer Pilot eingeführt, der gemeinsam mit seinem Vater für die große Mission vorgesehen ist, den Breach per Nuklearsprengung zu versiegeln. Natürlich fühlt der sich durch die Rückkehr des legendären Raleigh Becket provoziert, aber auch dieser Konflikt wird schnell ad acta gelegt, man prügelt sich ein wenig, dann sind die Verhältnisse geklärt.

Da del Toro nun einmal ist, wer er ist, lässt er aber den Helden und der Action nicht die alleinige Ehre der Weltenrettung zuteilwerden, sondern führt zwei Wissenschaftler ein, die ihren Teil dazu beitragen, um die Monster, die sogenannten Kaiju, zu verstehen und zu besiegen. Dabei werden zwei wissenschaftliche Denkschulen vorgestellt, die miteinander ringen, was für ein paar echte Lacher sorgt und den Wissenschaftsbetrieb generell auf den Arm nimmt. Zudem lernen wir erst durch die Versuche der beiden, sich mit den Hirnen der Ungeheuer zu vernetzen, was es wirklich mit diesen auf sich hat. Dieser ganze Handlungszweig wirkt ein wenig wie eine Hommage nicht nur an den standardisierten Mad Scientist, sondern sogar an Lovecraft höchstpersönlich, lässt der doch reihenweise Wissenschaftler und Forscher auftreten, die durch ihre Experimente mit unheilvollen Wesen aus anderen Dimensionen in Kontakt treten und oft genug dadurch für aufkommende Katastrophen verantwortlich sind.

Man kann sich bei all dem des Eindrucks nicht erwehren, dass sich del Toro ein wenig über die Handlungskonstruktionen vergleichbarer Filme lustig machen will. Zugleich ist sein ganzer Film auch eine Reminiszenz an die klassischen Vertreter des Genres. Im Abspann wird dezidiert auf Ray Harryhausen und Ishirō Honda verwiesen, denen der Film gewidmet ist. Und damit dürfte der Daseinszweck von PACIFIC RIM definiert sein. Harryhausen war ein Schüler der Hollywood-Legende Willis O´Brien, der seinerzeit für die Stop-Motion-Technik in KING KONG (1933) verantwortlich zeichnete. Er entwickelte diese weiter und brachte sie in Filmen wie THE BEAST FROM 20,0000 FATHOMS (1953) oder THE 7TH VOYAGE OF SINDBAD (1958) zur Perfektion. Honda wiederum ist der Erschaffer des allerersten GODZILLA (1954) und etlicher späterer Werke vergleichbaren Inhalts. Er allerdings wusste seine Filme sehr wohl mit einer zweiten, einer symbolischen Ebene aufzuladen, waren sie doch immer auch Mahnungen. Warnungen vor der Technogläubigkeit des Menschen. Als Japaner, der den Krieg und den Abwurf der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki bewusst mitbekommen hatte, wusste er wohl besser als andere, wohin dieser Fetischismus in letzter Konsequenz führen kann.

Die Filme dieser Meister, wie aber auch vieler anderer, die sich im Bereich des Fantastischen, des Märchenhaften hervorgetan haben, sind Werke, die del Toro nach eigener Aussage immer geliebt hat. Was man seinen eigenen Filmen, gleich ob den Großproduktionen wie dieser oder den kleineren, persönlichen Filmen, immer ansieht. Es sind also genau dies die Filme, ist dies das Genre, denen und dem er mit PACIFIC RIM ein Denkmal setzen wollte. Dazu gehört u.a. eben auch die Schlichtheit der Story zugunsten der reinen Bewegung, der Action, dessen, was unmittelbar auf der Leinwand geschieht. Nichts soll hier davon ablenken, nichts soll über das hinausweisen, was zu sehen ist. Es ist ein Kino des Spektakels und der reinen Überwältigung. Und insofern ist es ein sehr, sehr ehrliches Kino. Denn es bringt den Film in seiner Ur-Erscheinung zur Deckung mit sich selbst, definiert ihn als Medium von Zeit und Bewegung.

Allerdings, das darf gerade bei einem Film wie diesem nicht unterschlagen werden, widerspricht PACIFIC RIM in gewisser Weise auch genau dieser Definition. Denn während in den Filmen seiner Vorbilder – gerade den oben genannten – das Analoge, die Technik, das per Hand Gesteuerte den spezifischen Charme ausmacht, ist dies eine wahre Feier des CGI, der Computer Generated Imagery. Sowohl die aus den Tiefen des Pazifiks aufsteigenden Monster als auch die Jaeger, die Roboter also, in denen die Menschen sich ihrer Angreifer zu widersetzen suchen, sind vollständig und ausschließlich an Rechnern entstanden. Ohne Frage sind die Spezialeffekte beeindruckend und obwohl del Toro immer schon darauf bestanden hat, so viel wie möglich mit Modellen und eben analoger Technik zu arbeiten, hat er sich hier vollkommen auf die Möglichkeiten moderner Produktionstechniken eingelassen. Und damit einen Meilenstein (post)modernen Kinos erschaffen, einen Meilenstein des Als-Ob, des falschen Bildes, das wir aber aufgrund seiner technischen Perfektion zu glauben bereit, nein, zu glauben gezwungen sind. Man betrachte nur die Making-Of-Dokumentationen und das Staunen beginnt. Wie hier die Kreaturen aus dem Ozean hervorbrechen, die Küstenlinien der USA und Australiens angreifen, wie die Roboter auf ihre Widersacher treffen und welche Wucht das entfaltet – es hat seine Art.

Andererseits kann man hier auch die Problematik dieser Techniken erkennen. Denn das plötzlich machbar Erscheinende verlockt dazu, mehr zu machen, als notwendig wäre. In den ersten Minuten fällt die Orientierung schwer, da das, was man auf der Leinwand zu sehen bekommt für diese schlicht zu groß, zu gewaltig, zu wuchtig ist. Überdimensioniert. Ein Problem, das schon Roland Emmerich bei seiner GODZILLA-Adaption (1998) zu gewärtigen hatte. Der Film, der seinerzeit sogar mit dem ironischen Slogan Size Does Matter beworben wurde, meinte es zu gut und bot ein Monster, das auch auf der größten IMAX-Leinwand für das herkömmliche menschliche Auge kaum noch zu erfassen war. Hier, in PACIFIC RIM, sind es dann gleich mehrere gigantische Erscheinungen, die auch noch aufeinander losgehen, sich gegenseitig bekämpfen (meist mit den Fäusten, was in Anbetracht all der Technologie, die zum Einsatz kommt, seltsam widersprüchlich, ja atavistisch anmutet), das Ganze meist bei miserablem Wetter, und dabei ganze Großstadtviertel in Schutt und Asche legen. Manchmal beschleicht die Betrachter*innen dabei das Gefühl, dass all der Zinnober, der hier veranstaltet wird, all diese nicht mehr überschaubaren Schauplätze und Kampfhandlungen, die teils atemberaubenden Einstellungen und Kameraflüge, die dabei geboten werden, vor allem auch das Tempo, das der Film in diesen Momenten vorlegt, letztlich dazu dienen, über technische Fehler und falsche Berechnungen hinweg zu täuschen.

Doch sei´s drum. PACIFIC RIM ist ein herrliches Stück Kintopp im eigentlichen, ursprünglichen Sinne des Wortes. Ein Film, der es mit allen Mitteln darauf anlegt, uns für zwei Stunden (und mehr) aus der Wirklichkeit zu entführen, sodass wir uns vollkommen in einer Wirklichkeit verlieren können, die es nicht gibt. Klassisches Kino in Reinkultur, wenn man so will. Angerichtet von einem, der keine Sekunde so tut, als ginge es um irgendetwas anders, als genau darum: Eskapismus. Angerichtet von einem, der das Kino, das reine Kino, liebt. Nachweislich. Hiermit umso nachweislicher.

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