VERLEUGNUNG/DENIAL

"Nach wahren Begebenheiten": Der Prozeß David Irving vs. Deborah Lipstadt

Mitte der 1990er Jahre wird die Professorin für Holocaust-Studien Deborah Lipstadt (Rachel Weisz) von dem Publizisten David Irving (Timothy Spall), einem Geschichstrevisionisten und Holocaustleugner, wegen übler Nachrede verklagt. Lipstadt hatte ihn in einem Standardwerk über das Leugnen der Shoah der Lüge bezichtigt. Da ihr Verlag, Penguin Books, das Buch weiterhin ausliefert, sieht sich Irving veranlasst, die Autorin selbst anzugehen. Da in England hinsichtlich der Unschuldsvermutung anderes Recht gilt als in Amerika, hat Irving die Klage vor einem britischen Gericht eingereicht. Hier muß der Beklagte beweisen, daß die gegen ihn erhobene Anschuldigung falsch ist.

Lipstadt beauftragt den bekannten Anwalt Anthony Julius (Andrew Scott) mit ihrem Fall. Dieser stellt ein regelrechtes Rechercheteam zusammen, das sich einerseits mit Irvings Publikationen, andererseits mit seinen Tagebüchern beschäftigt, die die Seite der Angeklagten einsehen darf. Zudem wird ein Universitätsprofessor mit einigen Doktoranden damit beauftragt, Irvings Thesen zu den Gaskammern in Auschwitz, den Zyanidrückständen in den Ruinen der Gaskammern und anderen Behauptungen in dessen Publikationen zu prüfen.

In London lernt Lipstadt ihren Kronanwalt kennen, der sie vor Gericht vertreten wird. Es ist Richard Rampton (Tom Wilkinson), der einige aufsehenerregende Prozesse gewonnen hat. Er ist ein zurückhaltender, manchmal unnahbarer Mann. Er bittet Lipstadt, ihn nach Auschwitz zu begleiten, er müsse als guter Anwalt den Ort des Verbrechens sehen.

In Auschwitz treffen die beiden u.a. auf Professor van der Pelt (Mark Gatiss), einen Experten für das Lager. Rampton erscheint auch hier distanziert und wenig berührt von dem, was er sieht. Lipstadt fühlt sich vor den Kopf gestoßen und hegt Zweifel an der Befähigung ihres Anwalts, das Ausmaß dessen zu begreifen, worum es in diesem Prozeß gehen wird.

Zurück in London, wird sie zudem von Julius damit konfrontiert, daß die Strategie der Verteidigung darauf abzielt, Irvings Thesen als Lüge zu entlarven, nicht auf historische Wahrheit. Der Gerichtssaal, so Julius und Rampton unisono, sei kein wissenschaftliches Seminar. Deshalb sollen weder Lipstadt noch irgendein Augenzeuge oder Überlebender des Lagers vor Gericht befragt werden. Für Lipstadt ist dies ein Affront, da sie eine der führenden Expertinnen zum Thema ist.

Zudem wird sie von Überlebenden damit konfrontiert, wie wichtig es sei, die Stimmen der Opfer zu hören. Sie teilt diese Ansicht, kann sich aber gegen ihre Verteidiger nicht durchsetzen. Erst recht nicht, nachdem Julius ihr Szenen auf Video vorführt, die Irvings Kaltblütigkeit im Umgang mit Überlebenden belegen. Niemals dürfe es geschehen, so Julius, daß dieser Prozeß dazu genutzt wird, daß Opfer erneut traumatisiert werden, weil ein skrupelloser Autodidakt seine Spielchen mit ihnen spiele.

Irving, ein ebenso eitler wie selbstbewusster Mann, hat sich von Rampton, Julius und deren erster Assistentin, Laura Tyler (Caren Psitorius), überzeugen lassen, anstatt vor einem Geschworenengericht vor einem Einzelrichter zu verhandeln, da es nicht möglich sei, in ein oder zwei Monaten Laien zu vermitteln, woran Irving immerhin 40 Jahre geforscht habe. Sehr von sich eingenommen, verzichtet Irving desweiteren auf anwaltlichen Beistand. Er glaubt, allein im Prozeß bestehen zu können.

So beginnt der Prozeß und nimmt seinen Lauf. Nach und nach gelingt es Rampton, Irvings Thesen zu zerpflücken. Dabei scheut sich der Anwalt auch nicht davor, zu Tricks und Finten zu greifen. Unter anderem vermeidet er jeglichen Augenkontakt mit seinem Gegenspieler, was diesen nervt. Auch, daß Rampton und die von ihm geladenen Zeugen immer wieder darauf hinweisen, daß Irving kein gelernter Historiker ist, kränkt ihn.

Der Prozeßverlauf wogt hin und her. An einem Tag hat Irving die Nase vorn, weil er meint, durch die Anfechtung bestimmter baulicher Maßnahmen der Gaskammern nachgewiesen zu haben, daß es die Stahlgestelle, durch die das Zyklon B in die Kammern eingeführt wurde, nicht gegeben habe. Prompt titelt die Boulevardpresse „No Holes, No Holocaust„. Lipstadt, die während des Prozesses in London lebt, sieht sich mit Anfeindungen und falschen Anschuldigungen konfrontiert.

An einem entscheidenden Tag dann wird ihr klar, weshalb Rampton in Auschwitz sich verhalten hat, wie er es tat. Dort war er viel zu spät zu einem Treffen mit Van Pelt erschienen. Nun kann er eine wesentliche Behauptung Irvings zu den Gaskammern entkräften, weil er die Entfernungen und Wege im Lager genau abgeschritten ist  und die Lage der Baracken zueinander kennt. er schlägt Irving so mit dessen eigenen Waffen: er nimmt klitzekleine Details und schließt von ihnen auf das Ganze.

Lipstadt erhält schließlich abends Besuch von Rampton, der ihr sein scheinbar erratisches Handeln zu verdeutlichen versucht. Sie fasst zusehends Vertrauen zu ihm. Er hatte ihr zuvor schon bei einem abendlichen Drink in Krakau gestanden, daß er sich in Auschwitz mit der Frage des möglichen eigenen Verhaltens damals konfrontiert gesehen habe. Da er befürchte, eher ein Feigling zu sein, so seine Aussage, denke er nicht, daß er das Zeug gehabt hätte, Widerstand zu leisten. Nun, in London, fügt er hinzu, daß er wisse, manchmal herzlos und kalt zu wirken.

Der Prozeß kommt an sein Ende und obwohl sich Rampton, Julius und Lipstadt recht sicher sind, ihn gewinnen zu können, verunsichert sie der Richter mit der Frage, ob man die Tatsache, daß Irving vielleicht ein Antisemit sei und die, daß er den Holocaust leugne, voneinander trennen könne. Was, so seine Frage, wenn der Hobby-Historiker unabhängig von seinen ideologischen Ansichten schlicht glaube, was er sage? Sei es dann wirklich eine Lüge, den Holocaust zu leugnen? Oder nicht viel mehr die Äußerung einer zwar falschen, aber eben aus tiefster Überzeugung geglaubten These? Damit hätte Irving recht, wenn er sich dagegen wehrt, als Lügner bezeichnet zu werden.

Das Gericht vertagt sich für einige Wochen zur Urteilsfindung und lässt die Verteidigung und die Angeklagte in großer Unsicherheit zurück. Lipstadt kehrt heim nach Atlanta und nimmt ihren Universitätsalltag wieder auf. Doch dann wird sie nach London gebeten, das Urteil soll verkündet werden.

Die Verteidigung kennt den Urteilsspruch bereits 24 Stunden vor der Verküdnigung, darf aber kein Sterbenswort sagen. Als Lipstadt den Gerichtssal betritt, weiß sie nicht, was sie erwartet. Doch schlußendlich wird zu ihren Gunsten entschieden. Lipstadt und ihre Anwälte haben gewonnen.

Bei einer Pressekonferenz beharrt sie darauf, daß der Holocaust eine unumstößliche, nicht verhandelbare Wahrheit sei. Deshalb sei sie nicht bereit, mit David Irving auf Augenhöhe  zu diskutieren, wie dieser es immer wieder gefordert habe. Und sie beharrt darauf, daß die Stimmen der Opfer, auch wenn sie während des Prozesses nicht gehört worden seien, nicht ungehört blieben.

Lässt man sich auf einen Film wie Mick Jacksons DENIAL (2016) ein, wäre es wohlfeil, den erhobenen Zeigefinger zu kritisieren, das Anliegen des Films oder seine Parteilichkeit. Filme mit einem Anliegen können den Zuschauer oft bevormunden und manipulieren, vor allem dann, wenn sie ihre Motive zu verstecken suchen und bspw. vorgeben, spannende Unterhaltung, rührende Liebesgeschichten oder historische Wahrheiten zu zeigen. Schaut man jedoch einen Film über einen zu seiner Zeit (im Jahr 2000) aufsehenerregenden Prozeß, in dem es zudem um eine der wesentlichen historischen Gewißheiten des 20. Jahrhunderts geht – den Holocaust – sollte es jedem Zuschauer vergleichsweise klar sein, daß er kein neutrales Werk erwarten darf.

David Irving, der fälschlicherweise häufig als Historiker bezeichnet wird, gehört in die erste Riege derer, die die Verbrechen der Deutschen an Juden, Homosexuellen, Sinti und Roma, politischen Gegnern und Menschen, die als „lebensunwert“ betrachtet wurden, kurz den Holocaust, die Shoah, leugnen. Aufgefallen war er in den 1970er Jahren mit einigen Veröffentlichungen, die teils aufsehenerregend waren, weil sie der Forschung zu den Themenkomplexen rund um Adolf Hitler, den 2. Weltkrieg und eben den Holocaust, scheinbar neues Material hinzufügten. In den 80er und vor allem den 90er Jahren jedoch radikalisierte sich Irving und ergriff immer offener Partei für jene, die die Verbrechen an den Juden nicht nur leugneten, sondern selber mit offenem Antisemitismus auffielen und zunehmend die Behauptung aufstellten, es gäbe eine riesige historische Verschwörung, in der Juden den Deutschen fürchterliche Verbrechen anhängten, um daraus eine Art „Industrie“ zu kreieren, mit der auf Kosten der nun in einer Schuldfalle geknechteten Deutschen sehr viel Geld zu verdienen sei. Die extremste Variante dieser Stoßrichtung ging so weit, zu behaupten, die Juden hätten selber fürchterliche Verbrechen an den Deutschen begangen und drehten nun das Täter-Opfer-Verhältnis um. So weit ging Irving allerdings nicht. Er gehört zu jenen Revisionisten, die teils fadenscheinige, als „wissenschaftlich“ deklarierte Untersuchungen, bspw. des Zyanidgehalts in den Gaskammern von Ausschwitz oder der Größe der Kammern im Vergleich zu den Opferzahlen, als Begründung für Übertreibungen, wenn nicht gar als reine Erfindungen betrachteten.

Unter ernst zu nehmenden Historikern konnte er damit natürlich nicht reüssieren und driftete also immer weiter ins Lager der reinen Holocaustleugner ab, obwohl er selber in heiligem Ernst versuchte, seine „Forschungen“ als relevant darzustellen. Dies kulminierte u.a. in einem Prozeß, den er Mitte der 1990er Jahre gegen die amerikanische Professorin für Holocaust-Studien in Atlanta, Deborah Lipstadt, wegen angeblicher Verleumdung anstrengte. Lipstadt hatte zu Beginn der 90er Jahre die erste wissenschaftlich fundierte Studie zu dem Komplex der Holocaustleugnung vorgelegt  und dabei vor allem das Kunststück vollbracht, mit wissenschaftlichen Argumenten gegen teils hanebüchene Behauptungen zu argumentieren. Auf der Basis der Aussagen zu Irving in ihrem Werk, verklagte der sie in Großbritannien wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung, nachdem der Versuch gescheitert war, den Verlag Penguin Books an der Vertreibung des Buches zu hindern. Der Prozeß, der die Besonderheit aufwies, daß in England ein wegen Verleumdung Angeklagter nicht der Unschuldsvermutung unterliegt, sondern vielmehr seine Unschuld in einem umgekehrten Beweisverfahren belegen muß, ist die Grundlage für Jacksons Film.

Filme, die auf „wahren Begebenheiten“ beruhen – vor allem auf solchen, die jederzeit überprüfbar und nachvollziehbar sind, wie es ein Prozeß nun einmal ist – haben nicht viele Möglichkeiten, ihren Stoff anzugehen. Vor allem, wenn die Beteiligten noch leben und man ihnen keine allgemein menschlichen oder psychologischen Motive, Abgründe oder innere Verwerfungen einschreiben kann. Sie können dokumentarisch vorgehen, nüchtern sozusagen. Oder sie können emotionalisieren, wobei sie dann früh kenntlich machen, auf welcher Seite sie stehen. Jackson wählt für DENIAL den letzteren der beiden Wege. Mit einem beeindruckenden Aufgebot an britischen Film- und Theaterstars – u.a. Rachel Weisz, Tom Wilkinson und Timothy Spall, der Irving ebenso eindringlich wie bedrückend als einen eitlen, enorm selbstbewussten aber auch einsam wirkenden Mann portraitiert – gelingt es Buch und Regie, den Zuschauer in den Sog des Prozesses zu ziehen, die manchmal komplizierte Rechtslage verständlich zu machen und zu zeigen, wie die Beteiligten sich in einem Spannungsfeld von Wissenschaft, Recht und Moral bewegen und dabei oft an die Grenzen ihrer emotionalen, nervlichen und intellektuellen Belastbarkeit stoßen. Vor allem aus diesem letzten Punkt bezieht DENIAL seine Spannung.

Die Amerikanerin Lipstadt – von Rachel Weisz nicht durchweg sympathisch, sondern bei aller Empathie, die sie auszeichnet, auch mit intellektuellem Dünkel und moralischem Impetus dargestellt – trifft auf ein ihr fremdes Rechtssystem, in dem sich ihre Anwälte mit britischer Noblesse und manchmal an Zynismus grenzender Professionalität bewegen. Jackson verzichtet auf authentische Bilder aus den Lagern, nimmt den Zuschauer jedoch auf eine Dienstreise mit, die Verteidiger Richard Rampton mit Lipstadt nach Auschwitz unternimmt, weil es ihm, wie er sagt, an dem rechten „Ansoorn“ für den Prozeß fehle. Die Szenen im Lager, dessen Atmosphäre  der Film in glasklaren Bildern eindringlich einfängt, sind auch deshalb so verstörend, weil Rampton sich hier eiskalt gibt. Er stößt sowohl Lipstadt, die die Konfrontation mit dem Ort emotional kaum ertragen kann, wie auch Professor Van Pelt, den er als Experten hinzu gebeten hat, vor den Kopf, gibt sich unnahbar und verschlossen und scheint dem Ort weder sonderlich emotional, noch mit der gebotenen Demut zu begegnen. Es sind diese Momente, die DENIAL auszeichnen, weil sie mit wenigen Worten, dafür umso stärkeren Bildern zeigen, wie kompliziert und vielschichtig die Begegnung mit einem Ort wie Ausschwitz, mehr noch mit dem, wofür er steht, sein kann. In einer späteren Szene des Films – mittlerweile beginnt Lipstadt besser zu begreifen, warum ihre Verteidiger, die sich weigern sie oder Überlebende der Shoah in den Zeugenstand zu berufen, sich so verhalten – gesteht ihr Rampton, daß jene Tage vor Ort ihn tief beeindruckt hätten, er aber vor allem Scham empfunden habe, weil er mit der Frage konfrontiert gewesen sei, ob er damals Befehle verweigert oder, aus Feigheit, ebenfalls mitgemacht hätte. Ehrliche Worte, die Lipstadt zu schätzen weiß.

DENIAL ist im Folgenden vor allem ein Gerichtsfilm, Thriller wäre zu viel gesagt, da der Ausgang allgemein bekannt ist und der Film Irvings widersinnige Argumentation schlicht auseinander nimmt, gar denunziert. Es gibt gewisse Finten, die besonders herausgestellt werden, wie jene, die Vergasungskammern seien nur für Leichen gedacht gewesen, die mit Läusen verseucht waren. Warum, so fragt Rampton ihn, seien Leichen entseucht worden, die anschließend ohnehin verbrannt werden sollten? Die Inszenierung konzentriert sich auf Irvings Art, mit eigenen Fehlern umzugehen und durchaus auch darauf, ihn vorzuführen. Gerade in diesen Momenten wird das Anliegen, das Buch und Regie haben, überdeutlich. Spannung im Sinne eines Gerichtsthrillers kommt erst auf, wenn der Richter am Ende der Verhandlung die Frage in den Raum stellt, wie man einen Mann der Lüge bezeichnen könne, wie es Lipstadt gegenüber Irving getan hatte, der seine Thesen wirklich glaube? Denn wenn Irving dies tue, dann seien seine Aussagen im Grunde ja keine Lügen, sondern eben nur falsche Thesen. In diesem Moment wird dem Zuschauer noch einmal klar vor Augen geführt, wer in diesem Verfahren Ankläger und wer Angeklagte ist. Es ist der Moment, in dem alles auf der Kippe zu stehen scheint und Lipstadt glauben musste, daß irving womöglich mit seiner Anschuldigung, sie bezichtige ihn fälschlicherweise der Lüge, durchkommen könnte.

DENIAL ist vor allem ein hervorragender Ensemblefilm, der einiges an Spannung aus im Grunde von vornherein feststehenden Fakten und Verläufen zu ziehen versteht. In einer grandiosen Ausstattung agieren teils brillante Schauspieler, der Zuschauer wird gelegentlich mit ausgesprochen eindringlichen Szenen und Momenten, wie eben jenen in Auschwitz, und mit Aussagen konfrontiert, die nur schwer zu ertragen sind. Lipstadt besteht darauf, daß es unwiderrufliche Wahrheiten gebe, die nicht in Frage gestellt werden könnten. Die Erde sei rund, 2 und 2 ergibt in der Summe 4, das Rad wurde vom Menschen erfunden, Paris ist die Hauptstadt von Frankreich. Der Holocaust, so ihre Antwort auf die Frage, weshalb sie mit Irving nicht auf Augenhöhe zu diskutieren bereit sei, sei ebenfalls eine solche unwiderrufliche Wahrheit. Ihn in Frage zu stellen, sei keine wissenschaftliche Ambition oder einem Interesse an „historischer Wahrheit“ geschuldet, sondern schlichtweg ein ideologisches, rassistisches und antisemitisches Unterfangen, das den Opfern eine zweite Wunde schlage und sie in ihrem Elend auch noch als Täter diffamieren wolle. Als sie während des Prozeßverlaufs darauf besteht, daß Augenzeugen in den Zeugenstand berufen werden sollten, zeigt ihr Anwalt Anthony Julius Szenen aus einem anderen Verfahren, in dem Irving, mit der Tätowierung einer Auschwitzüberlebenden konfrontiert, diese eiskalt fragt, wie viele Millionen sie damit bisher verdient habe? Julius fragt Lipstadt, ob sie das wirklich wolle, daß Irving eine Bühne geboten werde, in der er mit Opfern so umspringen könne?

Es tut gut, daß in Zeiten von Fake News und der Infragestellung aller gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Gewißheiten ein Film wie DENIAL Position bezieht. Aber man sollte sich nicht täuschen, denn es ist ein Film, der ein Publikum anspricht, das sich so oder so auf der Seite von Deborah Lipstadt sieht. Ein Holocaustleugner wird sich von einem Film wie diesem kaum von seinen irrsinnigen Ansichten abbringen lassen. Bestenfalls gibt DENIAL dem Zuschauer emotionalen Rückhalt und ein paar Argumente an die Hand, auch dafür, warum Rede- und Meinungsfreiheit eben nicht dazu taugen, jeden Unsinn sagen zu können. Jenseits dieser Anliegen und Motive kann man hier allerdings einem fantastischen Schauspielerensemble bei der Arbeit zuschauen, was ganz sicher ein Anschauen schon lohnt.

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