EDDINGTON
Ari Asters groß angelegte Analyse ist zu ambitioniert und zu überfrachtet und scheitert, leider
Die Kleinstadt Eddington, New Mexico, im Jahr 2020. Die Covid-Pandemie hat sich über die ganze Welt ausgebreitet, die verschiedenen Staaten haben unterschiedlich harte Maßnahmen ergriffen, um dem Virus zu begegnen. Eine Maske als Schutz für sich und andere zu tragen, ist allerdings globaler Standard.
Doch Joe Cross (Joaquin Phoenix), Sheriff in Eddington, lehnt genau diese Plicht, eine Maske zu tragen, ab. Nicht zuletzt, weil er schwerer Asthmatiker ist und Schwierigkeiten hat, durch den Stoff zu atmen. Doch steht Cross auch zur uneingeschränkten Freiheit des Individuums, welches immer und in allen Lebenslagen selbst entscheiden sollte, wie es sich verhält.
Bürgermeister Ted Garcia (Pedro Pascal) hat die Maskenpflicht verhängt, weshalb der Sheriff ihn kaum bei seiner anstehenden Kampagne zur Wiederwahl unterstützen wird. Zwischen den beiden Amtsträgern kommt es immer wieder, sogar in aller Öffentlichkeit, zu Auseinandersetzungen, die Cross mit seinem Handy aufzunehmen und online zu stellen pflegt. Aufgrund dieser Auseinandersetzungen und weil er Garcia sowieso noch nie leiden konnte, erwägt Cross, selbst für das Amt des Bürgermeisters anzutreten.
Bei den Streitereien – die er nicht nur mit Cross pflegt, sondern die in diesem Fall auch den Stadt- und den Gemeinderat, wo Ted als Macher auftritt, der den Durchblick hat, zu spalten drohen – geht es vor allem auch darum, dass Garcia sich für ein Rechenzentrum einsetzt, welches außerhalb der Stadt gebaut werden soll, und welches jede Menge Arbeitsplätze nach Eddington bringen könnte. Die Gegner behaupten wohl nicht ganz zu Unrecht, dass jede Menge Grundwasser, welches die Stadt dringend benötigt, abgezogen und in das Zentrum umgeleitet werden wird. Natürlich gehört auch Joe Cross– eher reflexartig, denn aus Überzeugung – zu den Kritikern dieser Neuansiedlung.
Joe lebt am Rande der Stadt mit seiner Frau Louise (Emma Stone), die an einer schweren psychischen Störung leidet, und seiner Schwiegermutter Dawn (Deirdre O´Connell), einer Verschwörungsgläubigen, die sowohl ihren Schwiegersohn wie auch ihre Tochter von den Theorien zu überzeugen versucht, die u.a. der Sektenführer und Verschwörungserzähler Vernon Jefferson Peak (Austin Butler) verbreitet.
Als per Video über die sozialen Kanäle des Internets die Ermordung von Goerge Floyd in Minneapolis hohe Wellen schlägt und die Black Lives Matter-Bewegung sich immer stärker für die Belange unterdrückter Minderheiten in den USA einsetzt, bildet sich auch in Eddington eine Gruppe – nahezu ausschließlich weißer – Jugendlicher, die auf der Hauptkreuzung der Stadt Demonstrationen abhält.
Zu den Aktivisten gehört auch die Ex-Freundin des Deputys Michael (Michael Ward), Sarah (Amélie Hoeferle), sowie der Sohn des Bürgermeisters Eric (Matt Gomez Hidaka) und dessen Highschool-Freund Brian (Cameron Mann). Die Demonstrationen bedeuten für Cross zusätzlichen Stress und Ärger, muss er doch nicht nur Maßnahmen durchsetzen, an die er selbst nicht glaubt, sondern viel Zeit für Dinge aufbringen, die ihn nicht interessieren und nur von seinem Wahlkampf abhalten.
Für diesen hat er das Sheriff-Büro zur Wahlkampfzentrale umgestaltet und zudem seine Deputys als Wahlhelfer eingespannt. Sie sollen Wahlkampfplakate malen, sich Slogans überlegen und am besten auch eine Strategie, wie Cross möglichst viele Wähler erreichenund überzeugen kann.
Sarah versucht Michael für die Sache der Black Lives Matter-Bewegung zu gewinnen, der aber – einer der wenigen Schwarzen in der Stadt – sieht zwar das Anliegen, fühlt sich von den sich durchgehend selbst des Rassismus bezichtigenden jungen Menschen jedoch nicht vertreten. Und vor allem fühlt er sich in seiner Arbeit beeinträchtigt.
Cross versucht immer wieder, die Beziehung zu seiner Frau zu verbessern, die sich jedoch immer stärker in sich selbst zurückzieht. Er nötigt ihr mehr oder weniger das Versprechen ab, abends mit ihm zu essen, er werde für sie beide kochen.
Abends, Cross hat den Rest des Tages damit verbracht ein opulentes Mahl zu kochen, wartet er vergebens auf seine Gemahlin. Die taucht lange nach der verabredeten Zeit mit ihrer Schwiegermutter und dem Prediger und Sektenführer Vernon Jefferson Peak und zwei seiner Anhänger im Schlepptau auf. Mutter und Tochter waren auf einer Veranstaltung des Predigers, weil Dawn gehofft hatte, die Einsichten des Mannes könnten Louise helfen, aus ihrer schweren Depression zu entkommen.
Schnell reißt Peak die Konversation an sich und Cross ist zu höflich, ihn zu unterbrechen. So werden sie alle Zeugen von Peaks Erinnerungsgeständnis, wie er als Kind fürchterlichem Missbrauch ausgesetzt gewesen sei, unaussprechliche Dinge, an die er sich Jahrzehnte nicht habe erinnern können und die nun, da die Erinnerung dank eines Mediums freigesetzt worden seien, ein Tor zur Freiheit darstellten. Auch seine Begleiter sind Opfer grausigen Missbrauchs geworden. Und auch Louise meint sich plötzlich zu erinnern, dass ihr Vater sie missbraucht haben könnte. Dawn wird das alles zu viel, sie geht ins Bett und auch Cross verabschiedet sich.
Bei einer Wahlkampfveranstaltung, die er in einem Ladenlokal abhält und die wenigen anwesenden Zuhörer dabei verköstigt, deutet Cross an, dass Ted, der einst, vor langer Zeit, ein paar Tage lang mit Louise liiert gewesen ist, diese vergewaltigt haben könnte.
Anderntags wird Cross von der Zentrale angefunkt. Er soll sich um eine Lärmbelästigung kümmern. Tatsächlich ist es der Bürgermeister selbst, zu dessen Anwesen in den Hügeln über der Stadt er beordert wird. Hier findet – unter lauter Beschallung mit Techno-Rhythmen – eine Wahlkampfparty statt. Trotz mehrfacher Aufforderung, die Musik auszumachen, widersetzt sich Ted dem Sheriff. Als dieser zur Tat schreitet und selbst Hand anlegt, um den Lärm zu beenden, ohrfeigt der Bürgermeister Cross vor den Augen der zahlreichen Anwesenden. Der verlässt gedemütigt den Ort des Geschehens.
Louise verlässt Cross, da sie ihm übelnimmt, dass er öffentlich behauptet hat, dass Ted sie vergewaltigt habe. Cross hat die Behauptung auch auf seinen Social-Media-Kanälen verbreitet, so dass nun jeder weiß, dass Louise zumindest schwer gestört ist. Seine Beteuerungen, es sei nicht anders gegangen, er habe so vorgehen müssen, schlägt Louise in den Wind. Sie wird von Peak in seinem Bus abgeholt. Auch für Dawn ist das Entschwinden ihrer Tochter schrecklich. Sie macht sich Vorwürfe, für deren Zustand und jetziges Verhalten mit verantwortlich zu ein.
Cross fährt durch die nächtliche Stadt und entdeckt einen Obdachlosen, der ihn immer wieder durch seine dreiste Art beschäftigt. Nun ist der Mann in eine Bar eingebrochen, was dem Sheriff die Gelegenheit bietet, ihn zu erschießen. Er entsorgt die Leiche in einem Fluss und fährt dann auf das Gebiet des benachbarten Pueblo-Reservats, von wo er eine gute Schusslinie zum Anwesen des Bürgermeisters hat. Kurzerhand erschießt er diesen und seinen Sohn Eric. Der hatte ihn vermehrt genervt, weil er u.a. immer wieder auf die von Cross öffentlich gemachte angebliche Vergewaltigung Louises durch seinen Vater angespielt hat und nicht einmal davor zurückschreckte, Louise auf einem ihrer seltenen Ausflüge in die Stadt zu belästigen.
Cross geht in das Haus, wo die Toten liegen und arrangiert den Tatort so, dass man den Mord für einen politischen Anschlag der Antifa halten könnte. Doch Officer Butterfly Jiminez, Cross´ Kollege von der Reservats-Polizei – die beiden sind sich nicht gerade wohlgesonnen –, glaubt nicht einen Moment an die Theorie, hier habe es ein politisches Attentat gegeben. Zu auffällig die Buchstaben der an die Wände gesprühten Parolen, deren „E“ er erkennt – aus Notizen des Sheriffs; zudem hat er Profilspuren und eine Patronenhülse dort gefunden, wo der Schütze gelegen haben muss, die er schnell den Reifen seines Wagens und mit der Waffe des Sheriffs identifizieren kann.
Cross und der zweite Deputy Guy (Luke Grimes), ein einfacher Mann, der aber recht opportunistisch bereit ist, jeden Vorteil für sich zu nutzen, verdächtigen Michael des Mordes an den Garcias. Ein alter Eintrag in einem Chat gereicht ihnen als Motiv und Beweis. Cross muss dringend den Verdacht von sich ablenken. Sie sperren Michael in die Arrestzelle. Guy hofft so seine Chancen auf das Amt des Vize-Sheriffs steigern zu können, das bisher in der natürlichen Rangordnung (und aufgrund dessen höherer Intelligenz) Michael zugestanden hätte.
Derweil nähert sich in einem Lear-Jet eine Truppe antifaschistischer Terroristen Eddington. Die Terrorgruppe greift die Stadt an, entführt Michael und lockt Cross und Guy dann in die Wüste, wo Michael geknebelt und gefesselt inmitten einer versteckten Sprengladung steht. Als Guy sich seinem ehemaligen Kollegen nähert detoniert die Ladung und tötet Guy, Michael wird schwer verletzt. Cross kann – zunehmend asthmatisch – zurück nach Eddington fliehen.
Dort kommt es zum Showdown. Cross dringt in ein Waffengeschäft ein und bewaffnet sich mit einem massiven Maschinengewehr und allerhand Handfeuerwaffen. Mit dem Maschinengewehr ballert er wahllos um sich und schießt dabei Jiminez, der in die Stadt eilt – ob er Cross mit dem Verdacht, dieser habe den Bürgermeister getötet, konfrontieren oder dem Sheriff gar helfen will, bleibt offen – dessen Bein ab. Dann wird der Officer von einem der Terroristen getötet.
Es gelingt Cross, einige der Angreifer zu erschießen, doch dann geht ihm die Munition aus. Ein weiterer Terrorist greift ihn mit einem Messer an und sticht ihm dieses tief in den Kopf. Dann wird der Mann wiederum von Brian getötet, der den ganzen Angriff wie ein Videospiel, in dem er selbst mitspielt, verfolgt und filmt. Auch seine Tat filmt er, während er schießend auf den Terroristen zugeht und diesen mehrfach trifft.
Ein Jahr später: Brian hat aus der Rettungsaktion des Sheriffs Kapital geschlagen und ist nun ein bekannter Influencer. Joe Cross, nahezu apathisch und seit dem Angriff im Rollstuhl sitzend, umsorgt von seiner Schwiegermutter, wurde tatsächlich zum Bürgermeister gewählt. Bei der Einweihung des von Ted Garcia so unbedingt gewollten und nun also tatsächlich errichteten Rechenzentrums spricht Dawn in Joe Cross´ Namen.
Anschließend kehren die beiden in ihr Heim zurück und betrachten die Aufnahme einer Kundgebung von Peak. Im Hintergrund ist Louise zu erkennen. Sie lächelt in die Kamera. Sie ist hochschwanger.
Der die Sprengfalle offenbar überlebt habende Michael macht draußen in der Wüste Schießübungen. Er ist nun Vize-Sheriff.
Ari Aster hat sich mit seinen Mystery-Horror-Filmen HEREDITARY (2018) – seinem Langfilm-Debut – und MIDSOMMAR (2019) direkt in die Herzen der Feuilletonisten hinein inszeniert. Was ihm zu gönnen ist, was dann aber auch immer etwas Misstrauen bei den Aficionados, den Hardcore-Anhängern auch härterer Kost hervorruft (und ja, der Rezensent zählt sich zu letzteren). Das hat auch damit zu tun, dass jene Horrorfilme, die der Gemeinde gefallen, meist Jahre, wenn nicht Jahrzehnte brauchen, bis sie bei den Vertretern der Hochkultur Anerkennung finden. Typische Beispiele: NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968) oder THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974). Wenn also ein Regisseur schon mit seinem Erstling zum Liebling des Feuilletons aufsteigt, dann muss doch was faul sein? Denn das Feuilleton schätzt eher das Gediegene, denn das Brachiale. Eher das Gehobene, denn das eindeutige Genrekino.
Tatsächlich waren beide Filme – HEREDITARY als auch MIDSOMMAR – für einen Aficionado eher mittelprächtig. Zu prätentiös, ein wenig zu selbstverliebt, sich ihrer Intelligenz und Hintersinnigkeit äußerst bewusst. Zugleich konnte man ihnen aber auch die Vorbilder – u.a. ROSEMARY´S BABY (1968) oder THE WICKER MAN (1973) – überdeutlich ansehen, was sie und die zugrundeliegenden Konzepte etwas durchschaubar machte. Mit seinem dritten Film BEAU IS AFRAID (2023) wandte sich Aster dann vom Horror ab und dem schwarzhumorigen Psychodrama, oder, wenn man so will, Psychothriller zu. Das Ergebnis war durchwachsen, kein wirklicher kommerzieller Erfolg, bei den Kritikern allerdings wurde Aster einmal mehr gefeiert, wenn auch nicht mehr ganz so enthusiastisch, wie bei seinen früheren Filmen.
Und nun also EDDINGTON (2025).
Wie soll man an diesen Film herantreten? Vielleicht, indem man vorneweg klar sagt, dass der Film hochambitioniert ist, viele, viele richtige Fragen stellt und diese sehr geschickt lanciert, indem er oft die richtigen Leute die falschen und die falschen Leute die richtigen Fragen annoncieren lässt. Am Ende herrscht heilloses Durcheinander und äußerste Unklarheit darüber, wer hier eigentlich auf welcher Seite der Gesellschaft zu verorten ist. Aster stellt der amerikanischen Gesellschaft mit seinem Film kein gutes Zeugnis aus, im Gegenteil. Diese Gesellschaft scheint dem Untergang geweiht, weil ihre Einzelteile schon lange kein Ganzes mehr ergeben, nicht mehr zusammenkommen und das, was bleibt, ein für die Gesellschaft wie das einzelne Individuum tödliches Gemisch ergibt.
Und doch kommt auch dieser Film nicht zu sich selbst und scheitert. Vielleicht. Vielleicht verheddert er sich auch nur im Geflecht seiner Ambitionen, in den vielen klugen Ansätzen, die er bietet und in dem Versuch, schlussendlich dann doch mit den Mitteln des Genre-Kinos auf Fragen zu antworten, die nicht beantwortbar sind. Es ist ein Kommentar auf aktuelle Begebenheiten, auch wenn die Story während der Covid-Pandemie angesiedelt ist. Doch gerade das gibt dem Regisseur, der auch der Drehbuchautor ist, die Möglichkeit, nach den Rissen zu suchen, die die U.S.-amerikanische Gesellschaft zusehends spalten und die sich während der Pandemie-Jahre sicherlich vertieft haben.
Wo der Riss genau verläuft, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft spaltet, diese aber in hohem Maße und aufgrund der allgemeinen Bewaffnung eben auch auf äußerst gefährliche Art und Weise, ist eine Frage, die tatsächlich etliche Soziologen, Politologen, Historiker und Philosophen beschäftigt, auf die sie aber keine wirklich überzeugende Antwort finden. Oder lediglich fragmentierte Antworten, weil es die eine Antwort eben nicht gibt. Nun kann uns die Fiktion ja oftmals weitaus mehr über uns selbst verraten, als jedes gelehrte Werk. Doch zumeist gelingt das dann eben echten Genre-Werken, die zunächst – abseits ihrer Aufgabe, zu unterhalten – weder sonderlich ambitioniert wirken und es meist auch nicht sind – INVASION OF THE BODY SNATCHERS (1956) oder ESCAPE FROM NEW YORK (1981) seien hier exemplarisch angeführt. Wenn aber der Auteur, denn das ist Aster in Personalunion als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent im klassischen Sinne des Wortes, von vornherein schon seine ganzen Ansprüche und den Ehrgeiz, den er in sein Werk legt, vor sich herträgt, dann legt er die Stange, die es zu überspringen gilt, sehr hoch. Und EDDINGTON ist von den ersten Momenten an anzumerken, was dem Regisseur vorschwebt: Nicht weniger als eine Analyse der amerikanischen Gesellschaft unter den Bedingungen einer Präsidentschaft wie der eines Donald Trump. Und eben zugleich ein passender, düsterer und erschütternder Kommentar. Verpackt in den Konventionen und Korsetten des unterhaltenden Genre-Films.
Um das bewerkstelligen zu können, nimmt Aster die Zeit der Covid-19-Pandemie als Handlungsspielraum und bietet uns, wie unter einem Brennglas betrachtet, deren Auswirkungen auf die Gesellschaft anhand der (fiktiven) Kleinstadt Eddington, irgendwo in der Wüste von New Mexico gelegen und damit also am Allerwertesten der Welt, dort, wo die großen Geschehnisse, die da draußen passieren, zu allerletzt wahrgenommen werden. Denkt man. Denn natürlich werden sie sehr wohl auch hier wahrgenommen, wenn auch verzerrt. Denn das Internet, Social Media, das Fernsehen und manchmal einfach ein sektiererischer Schwurbler, der seinen Moment für 15 Minuten Ruhm gekommen sieht, verbreiten noch die letzte Nachricht in den letzten Winkel des Landes. Mal mehr, mal weniger bearbeitet und aufbereitet.
Also wird auch in Eddington registriert, wenn in Minneapolis ein Schwarzer namens Goerge Floyd durch brutale und skrupellose Polizeigewalt ums Leben kommt. Und sich dann also auf der Hauptkreuzung eines Kaffs wie Eddington zu treffen, um für die Black Lives Matter-Bewegung zu demonstrieren, kann zu einem Akt der Befreiung werden in Zeiten, in denen die Staatsmacht scheinbar willkürlich Maßnahmen ansetzt und rigoros durchsetzt. Auch wenn das eine mit dem andern wenig zu tun hat; auch, wenn einer der wenigen Schwarzen, die man in Eddington überhaupt zu Gesicht bekommt, ausgerechnet bei der Polizei arbeitet, die dafür zuständig ist, eben diese Corona-Maßnahmen durchzusetzen, also auch etwaige Ansammlungen, bei denen die Maskenpflicht umgangen wird, aufzulösen. Selbst die, die für eine vermeintlich gute Sache abgehalten werden.
Allerdings trägt die Staatsmacht in Gestalt des Sheriffs Joe Cross, gespielt von dem wie immer brillanten Joaquin Phoenix, selbst keine Maske und hält sich auch sonst selten an die Vorgaben. Was auch damit zu tun hat, dass der Sheriff schwerer Asthmatiker ist und ihm das Atmen durch die Maske schwerfällt. Das alles sehr zum Unbill des Bürgermeisters Ted Garcia, dargeboten vom aufkommenden Superstar Pedro Pascal. Der nämlich will die Maßnahmen sehr wohl durchsetzen, nicht zuletzt, weil er an einer sehr großen Investition in seiner Stadt interessiert ist und es nicht gebrauchen kann, wenn hier alles drunter und drüber geht. Dass dieser Bürgermeister seinerseits auch gern mal über die Stränge schlägt – bspw. bei einer Wahlparty in seinem Haus in den Hügeln oberhalb der Stadt derart laute Musik abspielt, dass gleich das ganze Tal etwas davon hat – und auch ansonsten ganz jenen Klischees des Politikers entspricht, der am liebsten Absprachen in Hinterzimmern trifft, macht die Einordnung dieser Figuren auch nicht leichter. Sie alle sind nicht schwarz-weiß, sie sind doppelbödig angelegt und oft undurchsichtig sowohl in ihren Motiven, wie auch in ihrer Charakteristik.
Man sieht schon anhand dieser wenigen aufgeführten Handlungsstränge und Figuren-Profilen, dass Ari Aster es darauf anlegt, sein Publikum maximal zu verwirren und sich in den Stricken und Netzen all jener sich kreuz und quer verzettelnden Argumentationsketten und gegenseitiger Vorwürfe sowie all der Verschwörungserzählungen, die in den USA schon immer, in Zeiten der Pandemie aber ganz besonders umhergeistern, verheddern zu lassen.
Und bis zu einem gewissen Grad gelingt ihm das auch ganz hervorragend. Denn er inszeniert in erster Linie – da wieder ganz im Rahmen des Genrefilms, der sich auf wenige wesentliche Punkte kapriziert – vor allem die Tragödie eines lächerlichen Mannes in Gestalt eben jenes Sheriff Cross. Der lebt mit seiner offensichtlich gestörten Frau Louise – gespielt von einer wenig im Fokus stehenden Emma Stone, die der Rolle aber in den wenigen Szenen, die sie dann hat, ihren Stempel aufzudrücken weiß – und deren Mutter zusammen. Während der Sheriff nur ein wenig an Verschwörungsnarrative glauben mag, vor allem dann, wenn sie ihm nutzen, dafür aber umso mehr das Recht auf individuelle Freiheit vertritt, ist seine Schwiegermutter längst im Meer der Verschwörungsnarrative versunken und steckt nach und nach ihre Tochter damit an – die sich schließlich in die Hände des weiter oben bereits erwähnten Schwurblers und Sektenführers Vernon Jefferson Peak begibt. Und dann auch bald aus der Handlung entschwindet, um mit eben diesem Mann ein anderes, besseres, auf jeden Fall neues Leben zu beginnen. Sie taucht lediglich ganz am Ende noch einmal auf, wenn Cross, da schon schwer lädiert, und seine Schwiegermutter Peak im Fernsehen predigen sehen und Louise hochschwanger und nahezu debil grinsend im Bildhintergrund zu sehen ist. Offenbar hat sie auf ihre Art und Weise ihr Glück gefunden. Was ebenfalls ein (bösartiger) Kommentar auf eine Gesellschaft ist, die Mitte und Halt zu verlieren droht. Ganz so, wie der Sheriff, der seine Frau offensichtlich schon lange nicht mehr erreichen konnte.
Cross gibt auch dann nicht auf, nachdem er verlassen wurde, er will gegen den Bürgermeister angehen und deshalb selbst kandidieren, wozu er das Sheriffbüro in eine Wahlkampfzentrale umfunktioniert, seine Deputys zu Wahlkampfhelfern macht, ob sie das nun wollen oder nicht. Fürderhin fährt Cross also mit einem Sheriff-SUV durch die Gegend, der als Wahlkampfgefährt aufgemacht ist, über und über beklebt mit Slogans, auf dem Dach ausgestattet mit einer Werbebanderole und der nicht von ungefähr an jenen Van erinnert, der einst ununterbrochen durch Robert Altmans Wahlkampf-Satire NASHVILLE (1975) cruiste und aus etlichen Lautsprechern meist unverständliche Wahlkampfparolen verbreitete.
In diesen Momenten trifft sich Asters Wunsch nach Genre-Kino mit seinem Begehren nach Arthouse-Filmen, Underground-Kino. Das funktioniert aber nur bedingt, da er eben doch zu sehr an seiner Story klebt, nicht den Mut hat, die Narration dann wirklich aufzulösen – wie es ein Robert Altman bedingungslos getan hätte – und sich vollends ins Experimentelle zu stürzen. So aber verheddert sich der Regisseur nach und nach genauso, wie auf der Handlungsebene seine Protagonisten. Es wird nahezu alles in dieses Potpourri hineingemischt und zusammengekleistert, der Film wird immer weiter befrachtet, manches wird dabei nur angerissen – bspw. die hauptsächlich aus weißen Jugendlichen bestehenden Demonstranten, die sich ununterbrochen selbst bezichtigen, da sie ja eigentlich die Übeltäter in einer repressiven Gesellschaft seien und deren Protest sich ob dieser Meta-Kritik an sich selbst schlichtweg auflöst und nur noch wie eine überdimensionierte Selbsthilfeveranstaltung wirkt. Nur ebenso, wie für Aster alles seine Bedeutung zu verlieren scheint, weil es alles durch den gleichen Quark gezogen wird, wird eben auch sein Film zusehends bedeutungslos, da die Erkenntnis, dass diese Gesellschaft nicht mehr zu retten sei, dann doch etwas redundant wirkt.
Besser sind dann die Momente, in denen Aster einfach eine Geschichte erzählt. Es sind die Tage, in denen Cross nach und nach die verschiedenen Stränge seines Lebens zu entgleiten drohen, er immer verzweifelter um die Gunst seiner Gattin kämpft, die ihn aber selbst bei dem versprochenen Dinner zu zweit versetzt, weil sie lieber zu einer Veranstaltung des Schwurblers Peak fährt, der Sheriff zugleich aber auch merkt, dass ihm offenbar wesentliche Informationen zum Leben im Allgemeinen fehlen, die Aster – man kann sagen: mit Genuss – vor dem Publikum ausbreitet. Es gelingt dem Regisseur dabei – gerade in der Szene, in der Cross für sich und seine Frau kocht, sich freut, nach Langem einen Abend mit ihr und nur mit ihr zu verbringen, und dann doch versetzt wird und im Korbstuhl auf der Terrasse einschläft – dem Publikum sogar Mitgefühl für seinen Hauptprotagonisten zu entlocken. Denn an dem Abend tauchen seine Frau und deren Mutter Stunden nach der verabredeten Zeit gemeinsam mit Peak und zwei seiner Anhänger zuhause auf und nun übernimmt der vermeintliche Messias die Regie, erzählt von der Misshandlung, die er als Kind durch seine Eltern erfahren hat, bannt seine Zuhörer. Und es ist schon eine schauspielerische Meisterleistung, wie Joaquin Phoenix es fertigbringt, seinen Sheriff Cross Contenance bewahren zu lassen ob der Geschichten, die er hier aufgetischt bekommt und die er nicht wirklich glaubt, während er allmählich begreift, dass er seine Frau endgültig verloren hat und zugleich eigentlich nur noch ins Bett will.
Wie bereits angemerkt: Es ist die Tragödie eines lächerlichen Mannes, der die Welt um sich herum immer weniger versteht, der aber auch ein Opportunist ist, der andere für sich einspannt und sie, wie bspw. seinen schwarzen Kollegen Michael, fallen lässt, wenn ihm das in die Karten spielt. Und der, je eingeschränkter seine Handlungsmöglichkeiten werden, umso gefährlichere Ideen ausbrütet und schließlich sogar zur Tat schreitet. Er tötet kurzerhand seinen Kontrahenten, den Bürgermeister und dessen Sohn, lässt den Tatort aber wie den eines politisch motivierten Anschlags erscheinen und verdächtigt dann als ermittelnder Beamter alles und jeden, der ihm in die Quere kommt. Und gerät dabei – auch dies ein weiterer Nebenstrang, der aber wesentlich im Gesamtkonstrukt dieses Films ist – mit den indigenen Beamten des benachbarten Reservats in Streit um Kompetenzen und Zuständigkeiten. Denn der tödliche Schuss wurde aus großer Entfernung und also offensichtlich vom Gebiet des Reservats aus abgegeben. Wo Officer Butterfly Jiminez auch die Hülse einer Patrone sicherstellen kann und zudem Spuren eines Reifenprofils. Und ob dessen seine eigenen Schlüsse zieht. Auch dies ein kleiner aber feiner Kommentar auf Bürokratie, Kompetenzgerangel und mangelnde staatliche Regulierung in einem Amerika, dass sich zusehends in seinen eigenen Vorgaben, Gesetzen und interstaatlichen Maßgaben verheddert. Eine Staatsmacht und ihre Regulierung, die sich dann in der Durchsetzung der Covid-Maßnahmen umso mehr zu inszenieren weiß, um die eigene Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.
Man könnte so fortfahren, Punkt für Punkt all die kleinen und großen Aspekte und Muster durchgehen, die der Film zusammenträgt. Da wäre die Idee, die Antifa – tatsächlich eine überhaupt nicht zentral geordnete Organisation, eher die grobe Bezeichnung ganz unterschiedlicher Gruppen – als genau das darzustellen, als was bspw. Donald Trump sie sieht: Als hochorganisierte und perfekt ausgerüstete Terrortruppe, die mit dem Learjet angereist kommt und jagt auf den in ihren Augen reaktionären Sheriff macht – wobei dies reine Interpretation ist, denn sowohl das Auftauchen des Terrortrupps als auch sein Handeln bleiben im Film vollkommen erratisch und undurchsichtig. Da wäre die Idee, den sich in Rambo-Manier wehrenden Sheriff schließlich mit einem maximalen Hirnschaden durch einen brutalen Messer-Angriff eines dieser vermeintlichen Antifa-Kämpfer als neuen Bürgermeister auftreten zu lassen, gesteuert und gepflegt von seiner Schwiegermutter – sowohl die Rettung durch einen Jugendlichen, der sich dabei filmt, wie er den Angreifer des Sheriffs tötet, als auch die anschließende Wahl des offenbar hirntoten Joe Cross zum Bürgermeister erinnern an das Ende von Martin Scorseses TAXI DRIVER (1976), wo ebenfalls der Massenmörder Travis Bickle als Held gefeiert wird; auch dies ein Kommentar auf Amerikas wilde Lust an Destruktion, Gewalt und falschen Helden. Da wäre die durchaus perfide Idee, patriarchale Strukturen in einem Land zu hinterfragen, indem man einen Schwurbler und Geschichtenerzähler wie Vernon Jefferson Peak als Entwurf des neuen, woken Mannes auftreten lässt, und diesen dann als sei den einzigen darzustellen, der in diesem Konglomerat trauriger Gestalten Antworten hat und glücklich wird. Da wäre die Idee, den so rechtschaffend wirkenden amtierenden Bürgermeister, der aber doch auch sein eigenes Süppchen kocht, dann eben doch in den zweifelhaften Ruf des vermeintlichen Kinderschänders und Vergewaltigers zu stellen, denn: irgendwas bleibt ja bekanntlich immer hängen. All diese dramaturgischen Manöver stellen sämtliche Versuche, in diesem seltsamen Land irgendwie auf die Wirklichkeit zu reagieren als nutz- und sinnlos dar. Und sie stellen sie alle auf eine Stufe.
So könnte man also weiter machen und weiter machen und in genau dieser Aufzählung wird deutlich, woran es dem Film vor allem mangelt: Klarheit. Denn für den reinen Genrefilm – und die letzten 20 Minuten dieses mit 150 Minuten viel zu langen Werks, sind reines Action-Kintopp, bevor er dann für die letzte Sequenz zurückkehrt zur bissigen Sozialfarce – ist dies alles viel zu überladen. Für einen spleenigen Undergroundfilm, eine reine Parodie, eine schwarze Komödie, die dies wohl sein soll, berichtet er wiederum viel zu ernsthaft von den Abgründen seiner Figuren, für eine überdrehte Farce ist das alles dann eben doch psychologisch zu treffend, zu ernsthaft in der Einordnung und zu ambitioniert und gewollt in der Analyse. Das alles driftet eben nicht in den reinen Wahnsinn, deutet aber dauernd an, dass der Wahnisnn die nächste Stufe sei.
Es drängt sich vergleichsweise früh im Film der Eindruck auf, dass der Drehbuchautor Ari Aster nicht wirklich weiß, wo er mit all dem eigentlich hinwill, außer, einer zutiefst nihilistischen Haltung Ausdruck zu verleihen. Schon der Auftritt der nie näher definierten oder erklärten, lediglich an den Stempeln auf ihren Einsatztaschen als Antifa-Einheit zu erkennenden Terrortruppe wirkt unmotiviert und irgendwie in den Film hineinkonzipiert. Und spätestens die eiskalten Morde – zunächst an einem Obdachlosen, der den ganzen Film hindurch in der Stadt herumstromert, recht unverständliches Zeug vor sich hin brabbelnd, dann am Bürgermeister und dessen Sohn -, die psychologisch nicht mehr wirklich nachvollziehbar sind, scheinen einfach nur eine dramaturgische Eskalationsstufe darzustellen, um den Film irgendwie voranzubringen. Gerade die Morde wirken bestenfalls an den Haaren herbeigezogen, um darstellen zu können, wie ein Mann erst den Boden unter den Füßen verliert, das bisschen Contenance, das ihn noch aufrecht hält und schließlich allen Halt, innerlich wie äußerlich, und anschließend zum Amokläufer wird. Sowohl der Drehbuchautor Aster als auch der Regisseur Aster scheinen alles auf eine Karte zu setzen, und die Situation im Film, die so oder so entgleitet, komplett aus dem Ruder laufen zu lassen. Was dann aber eben nie wirklich und in letzter Konsequenz geschieht.
Nur: Hilft das? Macht es den Film besser, spannender, unterhaltsamer, nachvollziehbarer? Nein. Eher unübersichtlich, unwahrscheinlich und letztlich belanglos. Eine weitere wilde Ballerei, wie es auf der Leinwand so viele gibt. Es hinterlässt ein Gefühl der Gleichgültigkeit, wenn nicht gar der Verärgerung, weil hier sehr viele gute Ansätze verschenkt, weil eine notwendige und zunächst auch packende Analyse einer dysfunktionalen, zutiefst verunsicherte Gesellschaft im Ausnahmezustand leichtfertig weggeworfen wird. Und weil der Eindruck entsteht, dass dem Autor und Regisseur Ari Aster schlicht nichts mehr eingefallen ist oder aber er nicht den Mut hatte, die Sache dann wirklich ins Offene gleiten zu lassen.
So wirkt EDDINGTON wie ein ungeheuer wütendes Werk, es scheint der Ausdruck einer tief empfundenen Verzweiflung über die Gesellschaft, der der Autor und Regisseur entstammt und die ihn natürlich definiert hat und der er nicht mehr traut. Eine Gesellschaft, die er hier zu analysieren versucht und der er eine schwere Störung, wenn nicht gar den reinen Wahnsinn attestiert. Aber wer soll schon noch verstehen, was dort, in den Vereinigten Staaten von Amerika, gerade geschieht? Wie ein Horror-Clown, legal gewählt, all das zerlegt, was einst gut an diesem Land war, einfach deshalb, weil er es kann und einen tief empfundenen Hass gegen alles hegt, dass nicht seiner eigenen, tief psychotischen Welt entspricht und entspringt. Einer Welt, die sehr eng und klein und gebunden ist, eine TV-Welt, eine Show, die nie enden darf und die am besten mit Hunderten von Cheeseburgern genossen wird. Eine Welt des reinen Wahns, wenn man so will.
Nur stellt EDDINGTON letztlich nur den Ist-Zustand dar, analysiert die unmittelbare Gegenwart. Es gelingt Aster eben nicht nachzuvollziehen, wie es dazu kommen konnte. Er zeigt eben nicht den historischen Pfad auf, der in diesen Ist-Zustand geführt hat, erklärt nicht, welche Entscheidungen der Vergangenheit für eine derart dysfunktionale Gesellschaft verantwortlich sind. Das alles begann ja keineswegs mit der Covid-Pandemie und den Maßnahmen, die dagegen eingeleitet wurden. Da EDDINGTON gern als Neo-Westen bezeichnet wird, ist es vielleicht nicht ganz falsch, auf ein in Amerika immer schon unbeliebtes Werk zu verweisen, dessen Autor und Regisseur ebenfalls eine groß angelegte Analyse vorlegen wollte und dabei Nerven traf, die in Amerika, in den USA, besser nicht freigelegt werden, weil sie den einheitlichen Mythos vom wunderbaren, ja, Gottes eigenem Land widerlegen: HEAVEN´S GATE (1980) von Michael Cimino. Auf seltsam verschlungenen Pfaden stehen beide Filme miteinander in Verbindung und vielleicht korrespondieren sie sogar miteinander und ergänzen einander. Vielleicht sollte man den älteren Film noch einmal in all seiner wundervollen Pracht betrachten, vielleicht wird EDDINGTON – der ja kein schlechter Film ist, aber in all seiner Ambition eben scheitert – durch das Betrachten des älteren Films ja sogar besser, weil verständlicher. Verständlicher in dem Sinne, dass Ciminos Meisterwerk sehr genau die Grundlagen dessen erklärt, was in Asters Film diesen scheinbar letztgültigen Aggregatszustand einer Gesellschaft kurz vor der Explosion definiert.