DER BLOB/THE BLOB

Ein prototypischer Horrorfilm der späten 80er Jahre

Arborville, eine typische amerikanische Kleinstadt. Der Footballspieler Paul Taylor (Donovan Leitch) will die Cheerleaderin Meg Penny (Shawnee Smith) daten. Als die beiden abends schließlich in Pauls Wagen aus der Stadt fahren und ein gemütliches Plätzchen für ein Tete-a-Tete finden, werden sie Zeugen, wie eine Art Komet über den Himmel rast und nicht unweit in einem Waldstück einschlägt.  Als sie zur Absturzstelle gelangen wollen, fahren sie einen alten Mann an, der zuvor den Meteor untersucht hatte und dort von einer glibberigen Masse, die aus dem Innern des Objekts hervorgekrochen kam, angefallen wurde. Sie hat sich über seine Hand ausgebreitet. Zufällig stößt auch Brian Flagg (Kevin Dillon) hinzu. Der ist in der Stadt eher ein Außenseiter, gibt mit Lederjacke und Motorrad den Kleinstadtrocker.

Gemeinsam verbringen sie den Alten ins Krankenhaus, wo sich dessen Zustand schnell verschlechtert: Die amorphe Masse ist in ihn eingedrungen und hat ihn praktisch von Innen aufgefressen und zersetzt. Als Paul den Sheriff informieren will, ist er der nächste, der dem Ding zum Opfer fällt. Meg wird zur Zeugin dieses recht ekligen Vorgangs. Doch als ihre Eltern eintreffen, glauben diese ihr ebenso wenig, wie der Sheriff von Arborville, Herb Geller (Jeffrey DeMunn), oder dessen Deputy Bill Briggs (Paul McCrane). Diese haben vielmehr Brian Flagg im Verdacht. Den haben beide so oder so auf dem Kieker, weil er sich als Rebell gibt. Sie stöbern ihn auf und verhören ihn.

Währenddessen ist das Ding aus dem Krankenhaus entwischt und hat sich in die Kanalisation der Stadt verzogen.

Brian Flagg wird entlassen und trifft zufällig Meg, die ihn sucht, da er der Einzige ist, der weiß, daß es sich bei dem Ding, dem Blob, um etwas Furchterregendes handelt. In einem Diner überlegen sie, was zu tun ist, als der Blob angreift. Meg und Brian gelingt es, sich in die Kühlkammer des Restaurants zurückzuziehen, für die Kellnerin, einen Angestellten und auch Sheriff Geller, der hier sein Abendessen einnehmen wollte, kommt aber jede Hilfe zu spät, sie alle werden von dem Blob absorbiert.

Nachdem sie sich befreien konnten, fahren Brian und Meg in den Wald zur Absturzstelle, wo Deputy Briggs sich aufhält. Sie wollen ihn davon überzeugen, die Gefahr ernst zu nehmen. Doch statt auf den Polizisten, stoßen sie auf ein Seuchenkommando des Militärs. Sie werden von den Soldaten in den Schutzanzügen festgehalten. Dr. Meddows (Joe Seneca) erklärt ihnen, die Stadt stehe unter Quarantäne, da der Meteorit außerirdische Bakterien auf die Erde gebracht habe, von denen man nicht wisse, wie gefährlich sie seien. Brian versucht dem Wissenschaftler klar zu machen, daß sie sehr gefährlich seien. Als er und Meg in einem gepanzerten Fahrzeug zurück nach Arborville gebracht werden sollen, flieht Brian, weil er den Soldaten nicht traut. Meg bleibt allein zurück und wird in die Stadt verfrachtet.

Dort trifft sie auf ihre Eltern und erfährt so, daß ihr kleiner Bruder Kevin (Michael Kenworthy) mit seinem Freund Eddie (Douglas Emerson) ins Kino gegangen ist, wo ein typischer Slasher-Film läuft. Meg rennt ins Kino, um die beiden zu suchen. Der Blob war schneller als Meg und hat bereits zwei der Kinoangestellten verspeist und beginnt gerade, sich über das Publikum herzumachen. Meg kann mit den Jungs fliehen und sie suchen Zuflucht in der Kanalisation.

Brian hat sich derweil im Wald versteckt und schleicht sich erneut an die Soldaten heran. So erfährt er die Wahrheit über den Blob: Dr. Meddows erklärt einem Untergebenen, daß es sich dabei um ein biologisches Experiment handelt, bei dem eine neue Waffe ausprobiert werden sollte. Sie war in einem Satelliten versteckt, der nun abgestürzt ist. Durch einen Funkspruch aus der Stadt, die mittlerweile von den Soldaten besetzt wurde, erfahren sie, daß sich das Ding nun in der Kanalisation aufhält, wo man es dingfest zu machen hofft. Als ein untergeordneter Soldat seine Bedenken hinsichtlich der Zivilbevölkerung äußert, klärt Dr. Meddows ihn auf, daß Zivilisten „entbehrlich“ seien. Man müsse hier das große Ganze sehen.

Brian will fliehen und Meg warnen, als er entdeckt wird. Er kann sich aber befreien und fliehen.

In der Kanalisation versuchen Meg und die Jungs sich des Blob zu erwehren. Eddie fällt dem Blob jedoch zum Opfer, während es Meg gelingt, ihren Bruder zu retten. Er kann an die Erdoberfläche klettern, Meg hingegen bleibt zurück und wird schließlich von Brian gerettet, der versteckte Eingänge zur Kanalisation kennt.

Obwohl mittlerweile auch einige Soldaten, die in den Untergrund geschickt wurden, um den Blob dort zu fangen, getötet wurden, ist Dr. Meddows nicht von seinem Vorhaben abzubringen, das Ding lebend in die Fänge zu bekommen. Auf der Hauptstraße der Stadt treffen Meg und Brian auf die Soldaten sowie Deputy Briggs. Brian erklärt, womit sie es wirklich zu tun haben, woraufhin Meddows den Befehl erteilt, ihn zu erschießen. Doch Briggs hindert ihn daran und erklärt, er wolle eine genaue Aufklärung, womit man es zu tun habe.

Der Blob seinerseits lässt sich nicht aufhalten und tötet Dr. Meddows- Daraufhin beschließt Colonel Hargis (Jack Rader), den Blob zu töten und wirft zu diesem Zwecke eine Sprengladung in die Kanalisation. Doch ist das Ergebnis verheerend: Der Blob bricht aus dem Untergrund hervor, sprengt geradezu die Asphaltdecke der Straße auf und tötet etliche Bürger der Stadt. Wie schon die ganze Zeit, ist er weitergewachsen und hat mittlerweile eine stattliche Größe erreicht. Mitten im Chaos sichert sich Reverend Meeker (Del Close) ein wenig von dem Blob, der Kälte offenbar nicht abkann und Teile seiner Substanz bei einem Besuch in der Kühlkammer des Diners verloren hat. Meeker nimmt sie an sich und steckt sie in ein Einweckglas.

Allerdings wird Meeker verletzt, als die Soldaten versuchen, mit Flammenwerfern gegen das Ding vorzugehen. Meg will ihm helfen und sprüht ihn mit einem Feuerlöscher ein, wobei sie feststellt, daß der Blob die Kälte des Schaums nicht verträgt. Sie und die Überlebenden ziehen sich ins Rathaus zurück, das der Blob, inzwischen riesig, angreift und gänzlich zu verschlingen droht. Doch Brian hat sich der Schneemaschine bedient, die die Stadt bereitgestellt hat, damit man in der Wintersaison künstlichen Schnee erzeugen kann. Es gelingt ihm, den Wagen direkt in den Blob hinein zu steuern. Nun begreift Meg, was er vorhat und bringt eine Sprengladung an dem Wagen an. Brian kann sie rechtzeitig vom Blob wegziehen, als die Sprengladung hochgeht und sich jede Menge künstlicher Schnee über Arborville verteilt. Der Blob wird quasi tiefgefroren. Sie Stadt ist gerettet.

In einem Zelt hält Reverend Meeker eine Endzeitpredigt. Da er in dem Blob einen Boten des Jüngsten Gerichts erblickt zu haben glaubt, kann er seiner Gemeinde versichern, daß die Apokalypse bald, sehr bald, eintreffen werde. In dem Einmachglas bewegt sich ein kleiner Blob…

Der Horrorfilm unterlief in den 80er Jahren einer deutlichen Wandlung. Hatte sich das Genre in den 70ern aufgesplittet und einerseits Großproduktionen wie THE EXORCIST (1973) oder THE OMEN (1976) hervorgebracht – Filme, die zwar durchaus blutig und brutal waren, dennoch aber darum bemüht, ein breites Publikum anzuziehen, weshalb es hier auch Stars wie Max von Sydow oder Gregory Peck zu sehen gab – etablierte sich zugleich eine Off-Hollywood-Szene, die kleine, billige Produktionen hervorbrachte, welche, mit viel Fantasie und Kreativität hergestellt, bewiesen, daß man dem Genre auch mit geringen Mitteln frisches Blut hinzufügen konnte. Und aus Europa schwappte zudem eine Welle extrem harter Filme auch in die USA, die Gewalt in einer Art darstellten, wie man dies zuvor kaum auf der Leinwand gesehen hatte.  Auch diese meist im Zombie- und Kannibalen-Subgenre angesiedelten Werke übten großen EInfluß aus.

Erst John Carpenter bewies mit HALLOWEEN (1978), daß sich beides zusammenführen ließ – die billige Produktionsweise und das Massenpublikum. Dazu musste man dieses nur dort abholen, wo es stand. Das bedeutete konkret, darauf zu reagieren, daß die Kinos zusehends von jüngeren Leuten besucht wurden, die sich und ihre Belange gespiegelt sehen wollten. Carpenter bediente dies, indem er Teenager zu Hauptfiguren machte und diese von einem furchtbaren Killer jagen und niedermetzeln ließ. Allerdings hielt er sich, zumindest im Original-HALLOWEEN, aus dem später eine ganze Serie erwachsen sollte, noch stark zurück, was explizite Gewaltdarstellungen betraf. Anders sah es dann schon bei Sean S. Cunninghams FRIDAY THE 13TH (1980) aus, der die Härte der europäischen Filme adaptierte und mit Carpenters Rezept vermischte. Hier wurde eine Gruppe Jugendlicher von einem Verrückten, der sein Gesicht hinter einer Eishockeymaske verbarg, auf ebenso kreative wie drastische Weise vom Leben zum Tode befördert.

In den Folgejahren brachte auch Hollywood eine ganze Reihe harter, sehr ernsthafter Horror- und Splatterfilme hervor. Doch schon mit John Landis´ AMERICAN WEREWOLF (1981) kam ein neuer Aspekt hinzu, den man bis dato nur gelegentlich mit Horrorfilmen, die an und für sich immer schon auch ein komisches Potential haben, liegen Schrecken und Gelächter doch nah beieinander, in Verbindung gebracht hatte: Humor. Landis Werwolf-Story war hart, gelegentlich (vor allem in der ungeschnittenen Fassung, die man in Deutschland erst spät zu sehen bekam) wirklich splattrig, zugleich gewannen Buch und Regie dem Ganzen aber auch immer wieder Momente zwar äußerst sarkastischen, dennoch aber zum lauten Lachen animierenden Humors ab. Der Film setzte einen Maßstab, der die 80er Jahre im amerikanischen Horrorfilm prägen sollte, bevor in den 90ern dann wirkliche Persiflagen und Komödien aufkamen, die das Genre nutzten.

Doch Filme wie THE EVIL DEAD (1981), FRIGHT NIGHT (1985) oder THE BLOB (1988) bemühten sich um eine Balance zwischen überdrehtem Spaß und echtem Horror-Feeling. Die einen, wie Sam Raimis tanzende Teufel von 1981, zeigten reine Comic-Figuren, die dann allerdings in die wahrlich exzessivsten Gewaltorgien verwickelt wurden, die man sich nur vorstellen konnte, die andern, wie Tom Hollands Vampirkomödie, setzten schon eher auf eindeutig komische Momente, wollten sich aber keinesfalls über ihr Sujet lustig machen und boten zumindest sehr gute Effekte und meist auch ein Finale, das es in sich hatte.

Chuck Russells THE BLOB geht einen anderen Weg, der ebenfalls typisch für einen Zweig des Genres in den 80ern war. Zunächst einmal ist dies die Neuverfilmung eines Originals aus dem Jahr 1958. Wie es damals üblich war, verquickte der ältere Film Elemente des Horrorgenres mit solchen der Science-Fiction. Diese Symbiose hatte es auch seit den späten 70ern wieder vermehrt im Kino gegeben. Spätestens mit Ridley Scotts ALIEN (1979) rückten beide Genres wieder eng zueinander. Und auch Russell nutzte die Möglichkeiten beider Spielarten des fantastischen Films. Hinzu kommen einige Aspekte, die vor allem in den 70er Jahren beliebt waren. So modifizierte er den Plot dahingehend, daß man es nicht mit einer außerirdischen Lebensform zu tun hat, wie der Zuschauer zunächst annehmen muß, sondern mit dem Ergebnis eines militärischen Experiments, bei dem es sich um den Versuch zur Herstellung eines biologischen Kampfstoffes handelte, der in einem Satelliten ins All geschossen worden war. Was die Protagonisten in Russells Film schließlich finden, ist also mitnichten ein Meteorit, sondern eben jener Satellit, der nun abgestürzt ist und dessen Inhalt eine Kleinstadt bedroht.

Das Motiv des Militärs (militärisch-industrieller Komplex), dem nicht zu trauen ist, war aus Filmen wie George A. Romeros THE CRAZIES (1973) bekannt. Auch andere Filme der äußert kritischen 70er Jahre hatten immer wieder mit Verschwörungsmythen dieser Art gespielt. Russell bietet dies die Gelegenheit, eine zweite Ebene in seinen Film einzuziehen – und ihm einen Hauch „anspruchsvollen“ Hintersinns zu geben. Doch sollte man sich nichts vormachen: THE BLOB setzt letzten Endes auf Splatter, Gore und Ekel und geht dabei für einen Film, der durchaus breitere Publikumsschichten ansprechen wollte, doch recht weit. Mehrfach werden wir Zeugen davon, wie das kaugummiartige Ding, das stetig wächst, Bewohner von Arborville, wie das Kaff heißt, in dessen Näher der Satellit niedergekommen ist, verschlingt. Oder absorbiert? Man weiß es nicht genau, einige der Opfer scheinen regelrecht zu schmelzen, andere tauchen als schreckensstarre Leichen in der Masse des Blobs wieder auf. Schön anzusehen ist das so oder so nicht. Wo er sich einordnet, gibt Russell für seinen Film auch dadurch zu verstehen, daß in dem Kino, in das Megs Bruder und ein Freund verbotenerweise gehen, ein Slasher-Film läuft, bei dem ein mit einer Eishockeymaske und einer Kettensäge ausgestatteter Herr sich in böser Absicht einem Haufen Jugendlicher nähert. Eine hübsche Reminiszenz an solche Genreperlen wie HALLOWEEN, FRIDAY THE 13TH oder THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974).

Mit ca. 19 Millionen Dollar budgetiert, ist THE BLOB zwar keine Großproduktion, doch für einen Horrorfilm ist das schon eine ordentliche Finanzierung. Russell verzichtete auf Stars und steckte den Großteil des ihm zur Verfügung stehenden Geldes offenbar in die Effekte. Die sind durchaus ansehnlich und können auch heute, in Zeiten des CGI, noch überzeugen. Da gibt es zerfließende, buchstäblich zerbrechende und auch ein paar zerdrückte oder plattgewalzte Menschen, einige unangenehme Detailaufnahmen dessen, was das Viech für Spuren auf denen zurücklässt, die das Pech hatten, ihm zu begegnen, und nicht zuletzt das zähflüssige Ding selbst. Es ist überzeugend und wirkt allerdings bedrohlich, was bei einer amorphen, rosigen Masse, die sich träge durch den Wald, die Straßen und schließlich die Kanalisation der Stadt schiebt, nicht zwangsläufig der Fall sein muß. Solch ein Monster könnte auch zu ungewollten Lachern führen. Denkt man an die Welle der (schlechten) Monster-Horrorfilme der späten 70er, muß man schon bei der Erinnerung an all die krabbelnden Oktopusse, menschenfressenden Frösche oder wimmelnden Würmer kichern. Das ist hier glücklicherweise nicht der Fall.

Zudem setzt der Film in einigen Momenten, vor allem in der Figurenzeichnung, sowieso auf das komische Moment. Darin kommt er den oben genannten Werken nah. Die Polizisten sind zu Klischees erstarrte Reaktionäre; der Geistliche ein von der Idee des Teufels Besessener, dem die Riesenbazille – oder was auch immer das Wesen darstellen soll – gerade recht kommt; die Eltern entsprechen eher den aus den 50ern bekannten Abziehbilder jener Spießer, die, folgt man Hollywood, angeblich die amerikanische Provinz bevölkern. All diese Charakterisierungen sind so gewollt und bewusste Überzeichnungen. Russell bedient sich zudem eines weiteren Elements, um sein Publikum einzufangen. Wie bei Carpenter oder Cunningham, ist THE BLOB eben auch ein Teenager-Film, eine Coming-of-Age-Story. Da sind auf der einen Seite die weibliche Hauptfigur Meg und ihre Highschool-Freunde, 80er-typische Popper mit den entsprechenden Haarschnitten und College-Jacken, auf der anderen Seite steht Brian Flagg, der mit seinem Motorrad und der Lederjacke den Rebellen gibt und alle Greasers, Rocker und Outlaws in sich vereinen muß, die jemals in amerikanischen Jugendfilmen aufgetaucht sind. Aus diesem Szenario gewinnt Russell ebenfalls viel Witz. Da gehen zwei Kumpel in die Drogerie, um u.a. Präser zu kaufen und natürlich entpuppt sich der Herr hinter der Theke später als Vater des abends gedateten Mädchens. Pennäler-Humor, wie ihn gerade die 80er in Legion hervorbrachten. Doch genau diese Art von Humor zog damals auch das Publikum an.

Ein letzter, nicht unwesentlicher Aspekt des Films ist seine tiefe Verwurzelung in dem, was gemeinhin Americana genannt wird. Er feiert das amerikanische Hinterland, wie dies ebenfalls typisch ist für eine bestimmte Spielart des Horrorfilms der 80er Jahre. War die Provinz in den 70ern noch etwas Bedrohliches, auf das von außen geblickt wurde, änderte sich dies in den 80er dahingehend – HALLOWEEN bedient dieses Motiv schon exemplarisch, wenn auch aus der Sicht der idyllischen Vorstadt – , daß das Grauen in die friedliche, idyllische Provinz, in der die Welt noch in Ordnung ist, einbrach. Eine Provinz, die zwar oft mit allerlei schrägen Typen ausgestattet war, die aber immer etwas Liebenswertes hatte. Natürlich wurde pflichtschuldigst daran erinnert, daß Kleinstädte wie Arborville der Jugend wenig zu bieten haben und man so schnell wie möglich hier raus will– auch dafür steht ein Typ wie Brian Flagg exemplarisch –, doch die Art und Weise der Darstellung war immer auch eine Feier des ländlichen, einfachen Lebens und solcher amerikanischer Institutionen wie dem Diner, der Hauptstraße mit ihren zweistöckigen Flachbauten, der in der Nacht neonbeleuchteten Tankstelle, des Autokinos oder der Wagen, die auf den Straßen kreuzen. Es ist das Land, das Stephen King in seinen Romanen beschreibt und THE BLOB erinnert in Vielem durchaus an die etlichen mehr oder weniger brauchbaren Verfilmungen der Werke des Meisters.

THE BLOB ist sich aber grundlegend bewußt, was er sich (und dem Zuschauer) schuldig ist. Gleich zu Anfang präsentiert er seinem Publikum eine erste Begegnung zwischen Mensch und Blob, was für den betreffenden Humanoiden recht unangenehm endet. Russell macht seinem Publikum schnell klar, daß es sich darauf verlassen kann, einiges zu sehen zu bekommen. Es werden keine Gefangenen gemacht. Das tut dem Film insofern gut, als das das komödiantische Moment zwar immer mitschwingt, sich aber auch niemand wundert, wenn es ernst wird. Und das wird es. Allerspätestens mit dem Auftauchen des Militärs in Schutzanzügen und der klaren Ansage des Befehlshabenden, daß Zivilisten „entbehrlich“ seien. Zwar generiert Russell aus diesem Twist nun keine grundsätzliche Kritik am amerikanischen Militär, sondern nutzt es vor allem, um die Aussichtslosigkeit der Lage dramaturgisch noch einmal zu unterstreichen und den Helden – mehr und mehr dann Brian Flagg – zwischen allen Stühlen hocken zu lassen, was natürlich die Spannung des Films erhöht. Denn natürlich glaubt ihm kein Mensch, was er weiß, seit er die Militärs hat belauschen können. Dennoch wirkt dieses Militär unter der Führung von Doktor Meddows ausgesprochen bedrohlich. Und daß es ausgerechnet ein Wissenschaftler ist, der hier das Kommando führt, bedient nicht nur das Motiv des verrückten Wissenschaftlers, das seit jeher durch die Science-Fiction und auch den Horrorfilm geistert, sondern vermittelt auch eine gehörige Portion Skepsis gegenüber den „Experten“, die letztlich ihre Menschlichkeit verlieren, wenn sie sich zugleich in den Details ihrer Forschungen verlieren.

Doch wie bereits gesagt – man sollte diese kritischen Aspekte des Films nicht zu hoch hängen. THE BLOB ist ein sehrt unterhaltsamer Science-Fiction/Horrorfilm, dem es gelingt, verschiedene Aspekte unterschiedlicher Gattungen des Unterhaltungskinos gelungen zu vermischen und daraus einen spannenden, witzigen und durchaus auch harten Genre-Mix anzurühren. Damals auf der Höhe seiner Zeit und doch eher ein Mißerfolg an den Kinokassen, kann der Film, mittlerweile wie das Original zum Kultfilm avanciert, doch immer noch überzeugen. Ein Urteil, das wahrlich nicht für allzu viele Filme der 80er Jahre gilt.

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